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Eishockey:EHC feiert Meisterschaft - und übersteht zwei Verkehrsunfälle

Fans feiern die Mannschaft des EHC bei der Meisterfeier im Olympiapark.

(Foto: Stephan Rumpf)

Erst kollidierte der Bus des EHC München mit einem Taxi, dann mit einem Sportwagen. Gefeiert haben die Eishockey-Meister aber trotzdem.

"Wow, wow": Oberbürgermeister Dieter Reiter staunte am Montagnachmittag nicht schlecht, als er den kleinen Sitzungssaal im Münchner Rathaus betrat. Sein Staunen galt dabei weniger den strammen Mannsbildern des EHC München, die komplett in Lederhosen anwesend waren, sondern vielmehr dem Pokal, den sie mitgebracht hatten. "Ganz schön groß", sagte Reiter mit Blick auf den silbernen Henkelpott, der dem deutschen Eishockey-Meister gebührt.

Der EHC hatte sich am Freitagabend erstmals in seiner Vereinsgeschichte den Titel gesichert und so auch das Ticket fürs Rathaus gelöst. Reiter bezeichnete die Meisterschaft als "Erfolg für die Stadt" und erklärte, Eishockey sei in München "durchaus wichtig". Für EHC-Manager Christian Winkler war der Auftritt ein "ganz besonderer Moment", ehe er scherzend anmerkte, dass die Besuche des EHC im Rathaus in den vergangenen Jahren "oft andere Gründe" hatten. Winkler spielte damit auf die immer noch offene Hallenfrage an. "Vielleicht", schnitt Reiter das Thema kurz an, werde dieser "Traum doch noch wahr." Dann trugen sich Spieler und Trainer ins Goldene Buch der Stadt ein.

Nach der offiziellen Zeremonie stahl vorübergehend der Mannschaftsbus der Mannschaft die Show. Schneefall und Temperaturen, die Eishockeyspielern zwar nichts ausmachen, aber auch von ihnen bei einer Feier Ende April nicht unbedingt erwünscht sind, machten aus dem oben offenen Bus erst einen geschlossenen. Weil sich die Sonne aber bald wieder blicken ließ, konnte die Mannschaft bei ihrem Weg durch die Stadt doch noch auf das Sonnendeck.

Auf zwei Momente während der Fahrt hätte sie aber wohl gerne verzichtet. Erst beschädigte der Bus auf dem Weg zum Rathaus bei einem Unfall ein Taxi, ehe er bei der Fahrt in den Olympiapark, wo die Meisterfeier mit den Fans stattfand, von einem Maserati auf der Ludwigstraße gerammt wurde. Alle Beteiligten - und der Pokal - blieben unbeschädigt. Die Mannschaft zeigte sich nach dem zweiten Unfall sogar kreativ und nutzte den unfreiwilligen Stopp spontan für ein Mannschaftsfoto vor dem Siegestor.

Gegen 19.15 Uhr kam das Team trotz der unerwarteten Unterbrechungen doch noch unversehrt im Olympiapark an, wo es von rund 1500 Fans empfangen wurde. Jeder Spieler wurde einzeln auf die Bühne gerufen und gefeiert, den Abschluss machte Kapitän Michael Wolf mit dem Pokal. Auch Oberbürgermeister Reiter jubelte mit der Mannschaft, die ihren mehrtägigen Feier-Marathon-Kater gekonnt hinter Sonnenbrillen versteckte.

Für die Meister war nach der Sause mit den Fans immer noch nicht Schluss. Nach einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant des Olympiaturms wollten sie die Nacht in einem Club im Glockenbachviertel ausklingen lassen. Fehlende Party-Qualitäten kann man ihnen nach diesen Tagen definitiv nicht vorwerfen.