Markt Schwaben:Weiherspiele 2019: Shakespeare mit Schwabener Stempel

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Weiherspiele Markt Schwaben Brandner Kasper

Der "Brandner Kasper" hat den Theaterverein Markt Schwaben 2018 aus der Krise geholt.

(Foto: Günther Keil/OH)

Der Markt Schwabener Theaterverein zeigt heuer eine humorvoll-moderne Version des "Sommernachtstraums" - und nimmt sich die Freiheit, so manches vom Original zu verändern.

Von Anja Blum, Markt Schwaben

Der große "Brandner Kaspar" - wer mag unter seinen Augen bestehen? Was kann nach diesem bayerischen Klassiker noch kommen? Diese Frage treibt den Markt Schwabener Theaterverein bereits seit vergangenem Sommer um, denn "nach den Weiherspielen ist ja immer auch vor den Weiherspielen", sagt Franz Stetter und lacht.

Der neue Mann an der Spitze des Vereins ist angetreten, die rührige Theatertruppe und ihr Aushängeschild, die sommerliche Seebühne, wieder zu neuer Blüte zu führen, nachdem Impressario Josef Schmid sich aus Altersgründen zurückgezogen hat. Stetter zur Seite steht dabei Ferdinand Maurer, der nun für die künstlerische Leitung der Weiherspiele zuständig ist. Und der erste Probelauf hat bestens geklappt.

Mit dem "Brandner Kaspar" und einigen Veränderungen am Konzept der Freilichtbühne war die Spielzeit 2018 sehr erfolgreich. Der Verein spricht von einer 95-prozentigen Auslastung der 15 Vorstellungen, fast 10 000 Menschen hätten das Stück am Weiher gesehen, das Wetter habe fantastisch mitgespielt, und finanziell habe sich der Verein auch wieder einigermaßen erholt. "Der Sparkurs hat sehr gut funktioniert", sagt Stetter, "vor allem, weil die Mitglieder insgesamt etwa 1800 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet haben." Alleine mit dem Auf- und Abbau der Bühne sei ein mehrköpfiges Team zehn Wochen Vollzeit beschäftigt gewesen. "Aber jedes Jahr ist das so natürlich nicht machbar".

Nun hofft der Verein auf eine Wiederholung des Erfolgssommers, schließlich verschlingen die Weiherspiele laut Stetter ein sechsstelliges Budget. Doch welches Stück vermag das Publikum zahlreich nach Markt Schwaben zu locken? "Die Fußstapfen des Brandner Kaspars sind sehr groß, deswegen wollten wir nicht gleich wieder eine bayerische Komödie auf den Spielplan setzen", erklärt Maurer.

Die Freiheit, dem großen englischen Autor nicht in allen Details zu folgen

Dem neuen Modell "Bühnenklassiker mit Markt Schwabener Stempel" - früher schrieb Schmid alle Stücke selbst - wolle man aber treu bleiben, schließlich habe es sich im vergangenen Jahr bewährt. Deswegen fiel die Wahl auf den "Sommernachtstraum", eines der meistgespielten Werke William Shakespeares.

Die Komödie um die Irrungen und Wirrungen der Liebe, geschrieben Ende des 16. Jahrhunderts, spielt im antiken Athen und in einem Zauberwald. Erzählt wird von drei Tagen und Nächten, es gibt im Wesentlichen vier Handlungsstränge: eine Herrscherhochzeit, aristokratische Liebeleien, Intrigen in der Feenwelt und ein Stück im Stück.

Allerdings nehmen sich die Markt Schwabener die Freiheit, dem großen englischen Autor nicht in allen Details zu folgen, sondern eine eigene Fassung auf die Bühne zu bringen: ein "Sommernachtstrauma". Regisseur Maurer hat erneut zum Stift gegriffen und Shakespeares Komödie "eine moderne Sprache sowie viele humorvolle, ironische Akzente" verpasst. 15 Sprechrollen werden das Stück prägen, die Anteile der Hauptdarsteller seien dabei ziemlich ausgeglichen, sagt Maurer. "Das finde ich sehr schön." Zu sehen bekomme das Publikum sowohl altbekannte als auch einige neue Gesichter.

Doch nicht nur der Autor ist schon lange mit den Weiherspielen 2019 beschäftigt, der ganze Verein stecke bereits tief in den Vorbereitungen, so Stetter. Die zweiteilige Bühne werde wieder näher am Publikum aufgebaut, auch an der Beschränkung der Ränge auf etwa 600 Plätze sowie dem kleinen seitlichen Biergarten wolle man festhalten. "Dieser etwas exklusivere Rahmen ist nämlich sehr gut angenommen worden", sagt Michael Siegert, der für die technische Planung verantwortlich ist.

Die Bühne: Ein griechischer Palast und ein Zauberwald

Die Bühne werde einen griechischen Palast und einen Zauberwald bieten, inklusive stimmungsvoller Lichteffekte, und auch ein Wasserfahrzeug dürfe freilich nicht fehlen. Auch Christ Hermannsgabner, Chef-Kostümbildnerin und Regieassistenz, hat schon einige Entwürfe zu Papier gebracht, sie verspricht klassisch- spektakuläre Gewänder, Musik und Tanz - "also ganz viel für Auge, Ohr und Herz!"

Marga Kappl, Leiterin der Nachwuchstruppe des Vereins, wird die Seebühne ebenfalls wieder bespielen, auf dem Programm ihres Kindertheaters steht heuer "Robin Hood", also auch ein Klassiker. "Das wird sehr schön und lustig - ich muss nur noch überlegen, mit welchem Kniff ich die Geschichte nach Griechenland verlege", sagt sie und lacht.

Außerdem braucht Kappl für dieses Stück dringend noch weitere Darsteller: Alle Kinder und Jugendlichen (neun bis 14 Jahre), die gerne in der Truppe von Robin Hood mitspielen möchten, sind daher zu einem kleinen Casting eingeladen. Es findet statt am kommenden Samstag, 16. Februar, von 9 bis 12.30 Uhr im Theater am Burgerfeld, Münterstraße 5. Die Aufführungen sind dann im Juli.

Die Saison der Weiherspiele beginnt am 4. Juli und endet am 3. August, gespielt wird donnerstags bis samstags, jeweils um 20 Uhr. Der Vorverkauf startet am 1. März. Kann eine Vorstellung wegen schlechten Wetters nicht stattfinden, wird sie auf Montag oder Dienstag verschoben. Doch wer weiß, vielleicht legt der Brandner Kaspar ja bei Petrus ein gewichtiges gutes Wort für die Markt Schwabener ein.

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