Vernissage an diesem Samstag Gemalte Feinheiten

"Gold auf Blau": Heidrun Eskens zeigt abstrakte, scheinbar vibrierende Malerei.

(Foto: Veranstalter)

Heiner-Matthias Priesnitz und Heidrun Eskens stellen beim beim AK 68 aus

"Fineness", also Feinheit, ist die nächste Ausstellung beim Wasserburger Kunstverein AK 68 überschrieben - und dieser Titel bringt es wohl ziemlich auf den Punkt: Zu sehen sind Gemälde von Heidrun Eskens sowie Zeichnungen von Heiner-Matthias Priesnitz, die beide den Betrachter mit ihrer reduzierten Bildsprache herausfordern. Eröffnet wird die Schau im Ganserhaus an diesem Samstag, 25. Mai, um 18 Uhr, zu sehen ist sie dann bis Sonntag, 23. Juni.

Heidrun Eskens hat an der Akademie der Bildenden Künste München bei Mac Zimmermann studiert. Die Münchner Malerin zeigt abstrakte Kompositionen, visuelle Phänomene, die in ihrer Ästhetik stark an die Experimente der Op-Art erinnern: Kleine Punkte auf farbigen Hintergründen, effektvolle rhythmische Verzerrungen in tonalen Variationen, aber auch stark kontrastierend, spielt Eskens mit Wahrnehmungsprozessen, verwirrt das Gegenüber ihrer meist großflächigen Arbeiten. Betrachtet man ihre Bilder genauer, scheinen sie zu vibrieren. Die Künstlerin erzeugt mit ihrer Art, die Leinwand zu bearbeiten, die Illusion von Bewegung, es entstehen virtuelle Werke, die die Mitarbeit des Betrachters voraussetzen.

Der Zeichner Heiner-Matthias Priesnitz aus Velden hat ebenfalls an der Akademie der Bildenden Künste München studiert, bei Zimmermann und Gerd Winner. Seine Blätter scheinen auf den ersten Blick: leer. Denn dieser Künstler zelebriert die Grenzen des Wahrnehmbaren. Tatsächlich bieten seine Arbeiten einen Hauch an Bleistift- oder Pastellmaterialität, die Motive sind weitgehend der Realwelt entnommen, Priesnitz zeichnet Architektur, Interieurs, Möbelstücke, Stillleben. Dies alles erscheint aufgrund der extrem reduzierten Kontraste wie in einem hellen Lichtnebel. Mit seiner Kunst positioniert sich Priesnitz bewusst gegen visuelle Reizexzesse und maßlose Vervielfältigung. Seine Zeichnungen waren lange drucktechnisch kaum befriedigend darzustellen, konnten also nur in der direkten Begegnung erlebt werden.