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Scheckenhofer-Villa Vaterstetten:Annäherung in Sicht

In dem lange währenden Streit um die Sanierung der Scheckenhofer-Villa in Vaterstetten scheint nun eine Annäherung greifbar.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Im Streit um die Scheckenhofer-Villa nähern sich Gemeinde und Eigentümer des denkmalgeschützten Hauses an. Bis April soll ein neues Sanierungskonzept her.

In der Kontroverse um die Scheckenhofer-Villa zeichnet sich eine Entspannung ab. Nachdem der Eigentümer des denkmalgeschützten Hauses zunächst eine Klage gegen die Gemeinde eingereicht hatte, haben sich die beiden Parteien nun wieder etwas aufeinander zubewegt. In einem Gespräch zwischen Bürgermeister Georg Reitsberger, seinem Stellvertreter Martin Wagner und Eigentümer Herbert Meier wurde das weiter Vorgehen bei der Sanierung des knapp 110 Jahre alten Hauses erörtert. Der Bürgermeister zeigte sich optimistisch, er sei "zuversichtlich, dass wir auf einem guten Weg sind".

Auslöser des bereits seit Monaten immer wieder eskalierenden Streits ist der Denkmalschutz. Auf diesen berufen sich sowohl der Eigentümer, der das Haus gerne sanieren möchte, als auch die Gemeinde, die darauf pocht, dass dabei möglichst nicht zu viel alte Bausubstanz verloren geht. Exemplarisch zeigten sich diese Positionen im vergangenen Sommer, als es darum ging, das Dach der Scheckenhofer-Villa zu renovieren. Die Gemeinde verhängte schließlich einen Baustopp, um Eigentümer Meier daran zu hindern, Teile der alten Dachkonstruktion abzutragen. Der wiederum verwies auf den schlechten Zustand: Teilweise seien die angeblich schützenswerten Holzbalken so von Ungeziefer angenagt, dass sie praktisch nicht mehr vorhanden seien.

Die Klage richtet sich gegen zwei Bescheide des Bauamts

Im Herbst einigte man sich zunächst darauf, dass der Eigentümer das Dach winterfest macht und außerdem dem Vaterstettener Bauamt ein Sanierungskonzept vorlegt. Damit schien die Angelegenheit erledigt - doch in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Meier Klage gegen die Gemeinde eingereicht hat. Er wendet sich damit gegen zwei Bescheide aus dem Bauamt, deren Inhalt Meier ausdrücklich erfüllen will, oder sogar bereits erfüllt hat: Die Einrichtung eines winterfesten Daches und die Vorlage eines Konzeptes. Im ersten Fall will Meier eine Bestätigung, dass er das Dach wirklich abgedichtet hat, im zweiten mehr Zeit, um die geforderten Pläne zu erstellen. Denn dies sei in der von der Gemeinde gestellten Frist nicht zu schaffen.

Das haben bei dem Gespräch mit den Bürgermeistern auch die von Meier neu engagierten Experten betont. Darunter ist unter anderem der Architekt Christoph Wollmann, ein Spezialist für die Sanierung historischer Bauten. Reitsberger zeigt durchaus Verständnis für das Anliegen Meiers: "Er hat zugestimmt, dass er die Vorgaben einhalten wird, aber das braucht Zeit". Es sei legitim, dass die Scheckenhofer-Villa "wieder ein Wohngebäude und keine zugige Hütte" werden solle. Gleichzeitig ist es Reitsberger wichtig zu betonen, dass das Haus auf jeden Fall erhalten werden muss: "Die Gemeinde achtet darauf; es ist ein Blickfang für Vaterstetten."

Das Konzept wird im März mit dem Amt für Denkmalpflege abgestimmt

Auch der Eigentümer versichert erneut, am Erhalt des Hauses interessiert zu sein. Vorwürfe, er wolle es absichtlich verfallen lassen, weist er zurück: "Ich habe schon viel Geld in die Hand genommen, jetzt möchte ich ein Konzept, auf dem man aufbauen kann." Dies werde gerade erarbeitet, im März soll es dann mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt werden. Wenn von dort keine größeren Einwände kommen, könnte das Konzept für die Scheckenhofer-Villa Anfang April öffentlich vorgestellt werden. Dann will Meier zusammen mit seinen Architekten die Pläne für die Sanierung in der Sitzung des Bauausschusses präsentieren.

Die juristische Auseinandersetzung läuft indes weiter. Denn weder hat die Gemeinde ihre Bescheide zurückgenommen, noch Meier die Klage dagegen. "Das ist eine Zug-um-Zug Sache", sagt Meier, wenn die Gemeinde ihm entgegen komme, werde er auch die Klagen zurückziehen. Bürgermeister Reitsberger sieht einer eventuellen juristischen Auseinandersetzung eher gelassen entgegen. Schließlich seien die Forderungen der Gemeinde so gut wie erfüllt: Das neue Konzept werde bald vorgelegt, "und das Dach ist ja da."