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"Rate mal, wer dran ist":Telefonbetrüger machen Beute

Ebersberger Seniorin händigt 10 000 Euro an Schwindler aus

Die Polizei verzeichnet seit Anfang dieser Woche eine vermehrte Zahl betrügerischer Anrufe. In vielen Fällen sind die Betrüger mit ihrer Masche gescheitert, in mindestens einem haben sie aber eine große Menge Geld ergaunert.

Am Montagnachmittag erhielt eine 85-jährige Ebersbergerin mehrere Anrufe von Betrügern. Gemeinsam gaukelten sie der Geschädigte vor, dass eine Nachbarin in München einen Unfall gehabt hätte und nun 10 000 Euro an die Versicherung bezahlen solle, damit sie ihren Führerschein nicht verliert. Da die Unfallfahrerin das Geld nicht aufbringen könne, würde sie dringend die Hilfe des Opfers benötigen. Leider fiel die Geschädigte auf diesen Betrug herein und übergab den geforderten Betrag gegen 16.30 Uhr an eine ihr unbekannte männliche Person, die das Geld bei ihr zu Hause abholte. Die Polizei Ebersberg hat die strafrechtlichen Ermittlungen eingeleitet, wobei die weitere Sachbearbeitung an die Kriminalpolizei Erding abgegeben wird.

Enkeltrick-Betrüger haben keinen Erfolg

Etwa zur gleichen Zeit, am Montag gegen 13.30 Uhr erhielt eine 72-jährige Dame aus Glonn einen betrügerischen Anruf. Der unbekannte Anrufer gab sich als Enkel der Geschädigten aus und begann das Gespräch mit "Hallo Oma, wie geht es Dir?" und bat aufgrund einer finanziellen Notlage und Unterstützung. Das vermeintliche Opfer erkannte allerdings die betrügerische Masche sofort und das Telefonat wurde schnell beendet.

Ebenfalls erfolglos waren Betrüger, die am Dienstag im südlichen Landkreis ihr Glück versuchten. Bei der Polizeiinspektion Ebersberg wurden fünf Fälle von Anrufen "falscher Polizeibeamter" gemeldet. Immer wurde vorgeschwindelt, dass in der Nachbarschaft vor kurzem Einbrüche stattgefunden hätten und eindeutige Hinweise vorhanden seien, aus denen hervorgeht, dass die Angerufenen selbst demnächst von den Einbrechern heimgesucht werden würden. Im weiteren Verlauf wurden die möglichen Opfer über Wertgegenstände wie etwa Bargeld, Schmuck oder Gold ausgefragt. Glücklicherweise ist keiner auf den Trick hereingefallen, und die Telefonate wurden nach kurzer Zeit beendet, und es blieb beim Betrugs-Versuch.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die bekannten Betrugsmaschen "Enkeltrick" und "falscher Polizeibeamte" nach wie vor aktuell sind, und dass immer wieder derartige Anrufe, vorwiegend bei älteren Personen, getätigt werden. Darum rät die Polizei dringend davon ab, Bargeld an Fremde aufgrund dubioser Geschichten zu übergeben. Im Zweifelsfall sollten Angerufene Familienangehörige, Bekannte oder die Polizei zu Rate ziehen.

© SZ vom 15.10.2020 / SZ

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