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Vaterstetten/Poing/Zorneding:FDP fordert dritte Polizeiinspektion

Bürgermeisterkandidaten aus dem Westen für neue Einrichtung

Die 1988 eröffnete Polizeistation am Rathaus Vaterstetten wurde 2015 geschlossen. Nun gibt es Forderungen nach einem neuen Polizeistandort in der Großgemeinde.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Fast genau vier Jahre ist es her, dass die Polizei ihren dritten Standort im Landkreis endgültig aufgegeben hatte. Bis Herbst 2015 gab es beim Rathaus Vaterstetten eine Polizeiwache, sie wurde mit der Inspektion in Poing zusammengelegt. Nun fordern drei Bürgermeisterkandidaten der FDP, Marc Salih aus Poing, Klaus Willenberg aus Vaterstetten und Peter Pernsteiner aus Zorneding, neben den Inspektionen Ebersberg und Poing wieder einen dritter Polizeistandort im Landkreis zu etablieren.

Auslöser für den Appell ist, dass demnächst ein Gutachten vorgestellt werden soll, ob ein Grundstück bei Grub für den Neubau der Poinger Inspektion geeignet ist. Der Umzug ist seit Jahren geplant, das Gebäude aus den 1970ern ist zu klein und genügt auch modernen Ansprüchen nicht mehr. Was auch die FDP-Bewerber nicht anders sehen, dennoch bezweifelt etwa Willenberg, dass "eine Umsiedlung ins abgelegene Gelände am äußersten Nord-West-Eck des Landkreises wirklich zielführend ist". Zum einen fehle eine Straße über die Bahn Richtung Süden, zum anderen müsste sei bei Einsätzen in Vaterstetten und Baldham immer "durch das Nadelöhr bei Parsdorf" gefahren werden, das schon heute überlastet sei und wo der Verkehr in Zukunft sicher noch zunehmen werde.

Einsatzkräfte und Bürger hätten kürzere Wege

Für Salih, selbst Polizeioberkommissar, gibt es gleich mehrere Vorteile ortsnaher Polizeistationen: "diese sind leichter für Bürger erreichbar, garantieren kurze Weg zum Einsatzort und erhöhen das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung". Zudem sei die Polizeiinspektion Poing nach wie vor unterbesetzt: "Der Stellenplan sieht neun Stellen mehr vor, als tatsächlich besetzt sind." Laut Pernsteiner ist die Polizeipräsenz im Landkreis ohnehin unterdurchschnittlich. Er verweist auf den Landkreis Starnberg, der nach Fläche und Einwohnerzahl etwas kleiner ist als Ebersberg wo es aber fünf Inspektionen gebe.

PI Poing wg. Umzugsplänen

Für die Poinger Inspektion könnte eine Sanierung reichen, wenn es einen dritten Polizeiposten im Landkreis gibt, sagen drei FDP-Bürgermeisterkandidaten.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Angesichts des erwarteten Bevölkerungswachstums, Salih nennt alleine für Poing 4000 Neubürger in den nächsten Jahren als realistisch, solle man die Polizeistruktur neu ordnen. Die drei Kandidaten schlagen vor, dass sich "die Polizeiinspektion Poing voll und ganz auf die Belange der nördlichen Gemeinden Poing, Markt Schwaben, Pliening, Anzing und Forstinning konzentrieren könnte". Dazu sei kein Neubau in Grub nötig, der kleinere Einzugsbereich könne von einer sanierten Inspektion in Poing aus bedient werden, dies sei auch im Sinne der Bürgernähe.

Dazu wo die neue Inspektion genau gebaut werden soll, legen sich die drei Kandidaten nicht fest. Laut Willenberg müsse der Standort aber südlich der Autobahn 94 entstehen, um die beiden Gemeinden Zorneding und Vaterstetten gut erreichen zu können, wo bereits heute rund 33 000 Menschen wohnten. Mitversorgen könnte die neue Inspektion auch andere Gemeinden im Süden, etwa Oberpframmern und Egmating. Auch Pernsteiner favorisiert einen Standort entweder in Zorneding, in Baldham oder in Vaterstetten: "Hauptsache, dass die Hilfe bei Notfällen künftig zuverlässig schneller eintreffen kann." Und auch für die Bewohner im westlichen Landkreis könnte es dadurch schneller gehen, schließlich müsse man derzeit etwa um eine Anzeige zu erstatten "umständlich bis nach Ebersberg oder Poing fahren".

© SZ vom 27.12.2019 / wkb

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