Mobile Bühne in Markt Schwaben:Musik, Poesie und Zauberei an der frischen Luft

Theaterverein Markt Schwaben Kultursommer im Landkreis Ebersberg

Ein umfangreiches Programm hat der Theaterverein Markt Schwaben aufgelegt. Über den Kultursommer freuen sich (von links) die Vorstände Ferdinand Maurer und Franz Stetter sowie Michael Siegert (Planung).

(Foto: Veranstalter)

Der Ebersberger "Kultursommer" macht Ende Juli Station in Markt Schwaben. Der Theaterverein zeigt ein Programm, das für jeden etwas bietet

Von Alexandra Leuthner, Markt Schwaben

Die Kultur lebt! Der Theaterverein Markt Schwaben lädt zu neun Veranstaltungen an den beiden letzten Juli-Wochenenden ein. Ferdinand Maurer, der seit einigen Jahren als Regisseur und Autor zum Organisatorenteam der "Weiherspiele" gehört, ist die Freude darüber anzuhören, dass es dem Verein gelungen ist, ein solches Programm auf die Beine zu stellen. Der ganz große Aufzug wie bei den Weiherspielen auf der Seebühne ist es zwar nicht, aber der Theaterverein meldet sich nach 17 spielfreien Monaten mit sehens- und hörenswerten Alternativen zurück. "Unser Ziel war es, ein möglichst breit gefächertes Programm anzubieten, in dem möglichst viele Stilrichtungen enthalten sind", erklärt Maurer.

Der Vorplatz des alten Feuerwehrhauses wird die Festivalbühne ersetzen, unter freiem Himmel dürfen derzeit bis zu 1000 Menschen an Veranstaltungen teilnehmen, ganz so viele sollen es in Markt Schwaben allerdings nicht sein. Immerhin aber können hier, wie Maurer erläutert, bis zu 180 Gäste Platz finden, an Einzeltischen von zwei bis vier Sitzplätzen, um die Abstandsregeln zwischen den Gruppen gut einhalten zu können.

Der Theaterverein ist einer von fünf Kulturveranstaltern im Landkreis, die sich im zweiten Pandemiefrühjahr zusammengeschlossen und den "Kultursommer im Landkreis 2021" ins Leben gerufen haben. Wichtigstes Element der vom Leiter der Grafinger Stadthalle, Sebastian Schlagenhaufer, angestoßenen Initiative ist eine mobile Bühne, die nun an den beiden letzten Juli-Wochenenden in der Marktgemeinde zum Einsatz kommen wird. Neben der Stadthalle und dem Theaterverein gehören das Alte Kino in Ebersberg, das Moosacher Meta Theater und die Schrottgalerie in Glonn zur Gruppe der Veranstalter, die für ihren "Neustart Kultur" von Fördergeldern des Bunds und des Landkreises profitieren. Damit sollen, erklärt Maurer, vor allem die Gagen der Künstler sicher gestellt werden, aber auch die finanzielle Absicherung der Veranstalter, die pandemiebedingt mit deutlich kleinerem Publikum rechnen müssen.

Ende Mai waren die Fördergelder zugesagt worden - und nicht nur darüber sei die Freude groß gewesen, sondern auch über die neue Zusammenarbeit mit den anderen Kulturstandorten im Landkreis, sagt Maurer, der hofft, diese in loser Form auch nach der Pandemie aufrecht erhalten zu können.

Zu den Höhepunkten des Markt Schwabener Programms wird sicher der zweite Freitag der Spielwoche, Freitag, 30. Juli, zählen - was sich bereits im Vorverkauf bemerkbar macht, wie Maurer berichtet. Unter dem Motto "Markt Schwaben klingt" wird es ein Wiedersehen mit alten Bekannten geben: Das Liedermacher- und Gesangsduo Elke Deuringer und Hermann Bogenrieder wird "Das Beste aus 37 Jahren Theatermusik" präsentieren. Begleitet von einer extra zusammen gestellten Band, in der auch Maurer am Piano dabei sein wird, erklingen Weiherspiellieder und Titel aus den Musicalproduktionen aus dem Theater am Burgerfeld.

Für die Eröffnung des Open-Air-Sommers am Donnerstag, 22. Juli, hat Thomas Steinbrunner vom Theaterverein einen Abend mit Musik und Poetry organisiert, es werden unter anderem das Duo Flonoton und der Gewinner des 2019er Markt Schwabener City-Poetry-Slams Bert Uschner dabei sein. Was die Zuschauer am Freitag, 23. Juli erwartet, ist noch nicht so ganz klar, weil an diesem Abend mit FKK und Tatwort zwei Gruppen aufeinandertreffen werden, die sich dem Improvisationstheater verschrieben haben: Die einen sind im Münchner Osten bis hin in den Landkreis Erding ein Begriff, die anderen, unter anderem mit der Grafinger Schauspielerin Birgit Quirchmayr, sind oft gesehene Gäste in der Münchner Drehleier. "Unfassbar" heißt es am Samstag, 24. Juli, wenn der preisgekrönte Ebersberger Florian Otto mit seiner bayerischen Zaubershow zu Gast ist und unter dem Motto "Es gibt nix, wos ned gibt" seine Zuschauer zum Lachen und zum Staunen bringt. Beginn aller drei Veranstaltungen ist um 19.30 Uhr. Ein bisschen früher, schon um 15 Uhr, kommen am Sonntag, 25. Juli, Familien auf ihre Kosten bei Margit Sarholz und Werner Meier aus Ottenhofen und ihren Sternschnuppe-Liedern. "Ein Kühlschrank geht spazieren" heißt das Programm", in dem sich die "Brezn-Beißer-Bande" auf die Suche nach zwei verschwundenen Brotbröseln macht.

Mit Joe Heinrich und seiner Handpuppe "Der Wolpert" wird es am Donnerstag, 29. Juli, dann (wieder um 19.30 Uhr) kabarettistisch. Der aus der BR-Sendung "Quer" bekannte Heinrich bringt den Gitarristen Marco Pagnin mit nach Markt Schwaben und verrät unter anderem, warum Bayern das beste Land der Welt und außerdem noch, wer ein Depp ist - man darf also gespannt sein. Nach "Markt Schwaben singt" am Freitagabend wird es am Samstag, 19.3o Uhr, mit SM!LE noch einmal musikalisch: Elf Musiker, die sich vor 25 Jahren zusammen gefunden haben, um unter anderem bei Veranstaltungen wie dem Bundespresseball in Berlin oder dem Deutschen Filmball in München aufzutreten, spielen Hits aus Funk und Soul, Reggae- und Swing, den aktuellen Charts und vielen mehr. Auch die Marktkapelle hat endlich wieder einmal einen großen Auftritt, beim Frühschoppen am Sonntag, 11.30 Uhr. Und schließlich dürfen am Sonntagnachmittag noch mal die Kleinen ins Theater: Menschen ab vier begrüßt Clown Pippo um 15 Uhr an der Bühne vor der Alten Feuerwehr.

Kultursommer in Markt Schwaben. Tickets sollten online gekauft werden, dann müssen die Kontaktdaten am Eingang nicht noch einmal erfasst werden. Besucher werden gebeten, möglichst eine Stunde vor Beginn zu erscheinen. Tickets und Infos unter https://theater-marktschwaben.de.

© SZ vom 16.07.2021
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