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Lösung in Markt Schwaben:Die Kraxler übernehmen

DAV Markt Schwaben

Schwabens Kletteranlage dient als Trainingszentrum für die örtliche DAV-Sektion mit ihren 1700 Mitgliedern.

(Foto: Privat)

Markt Schwabener Kläranlage nun offiziell für Kletterer freigegeben

Von Korbinian Eisenberger, Markt Schwaben

Es ist eine gute Nachricht für die 1700 Mitglieder des Markt Schwabener Alpenvereins (DAV): Auf dem Gelände der einstigen Kläranlage am Ortsrand der Gemeinde darf künftig ganz offiziell geklettert werden. Markt Schwabens Gemeinderat hat diesen Schritt in seiner Aprilsitzung bestätigt. Zu diesem Zweck wird für einen Teil des Geländes eine Nutzungsänderung vorgenommen - von einer Klär- zu einer Kletteranlage.

Die Vorgeschichte ist selbst für das von Dorfpossen verwöhnte Markt Schwaben skurril. Das Gelände ist seit jeher nicht zum Klettern genehmigt. Die Gemeinde - als Eigentümerin von Grund und Anlage - nickte trotzdem ab, dass dort gekraxelt wurde, lange vor der Amtszeit des früheren Bürgermeisters Georg Hohmann. Über die Jahre wurde es dort immer betriebsamer.

Der Verein wuchs - und mit ihm wuchs die Anlage. Mehr als zehn Jahre ging das so, ehe das Landratsamt 2017 Bedenken äußerte. Die Gemeinde duldete die Aktivitäten dennoch weiter, ehe Hohmann und sein Gemeinderat Ende März 2019 die Reißleine zogen und die Anlage plötzlich schließen ließen. Bei einem Brand oder Gebäudeeinsturz wären sie sonst in der Verantwortung gewesen. Dennoch hagelte es Kritik vom Verein - etwa auch, weil der Schritt ohne Vorwarnung kam und wichtiges Trainigsmaterial so nicht mehr zugänglich sei. Die Geschichte gipfelte wenig später in einer denkwürdigen Gemeinderatssitzung, zu der sich 50 DAV-Mitglieder in den Sitzungssaal des Rathaus begaben. Selten saßen so viele Menschen in diesem Saal - und wohl noch nie so viele junge. Bilder, die derzeit unvorstellbar wären.

Einen Monat nach der Schließung kam es zu einer Lösung, so konnte die Anlage vorerst wieder fürs Klettern geöffnet werden. Zwölf Monate später zwang die Pandemie zur erneuten Schließung der DAV-Anlage, wieder ein Jahr später ist der Fall nun langfristig gelöst. Ergebnis: Die Kletterer können die Anlage künftig auch offiziell nutzen. Als Übungsgelände für Übungen mit Real-Flammen der Feuerwehr haben die Räume ausgedient. Ein Teil der Anlage, der sonst ohne Funktion wäre, dient der Gemeinde künftig als "temporäre Deponie" etwa für die Zwischenlagerung von Erdhaufen aus Aushüben bei gemeindlichen Bauarbeiten wie etwa dem Hochwasserschutz, wie der aktuelle Bürgermeister Michael Stolze (parteilos) Anfang der Woche mitteilte.

Von der Geschäftsstelle des Markt Schwabener DAV war am Montag niemand zu erreichen. Die frohe Botschaft dürfte die Vorstände, die Familien, Eltern, Jugendlichen und Kinder des Vereins auch so erreichen.

© SZ vom 27.04.2021
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