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Landtagswahl:Spargel und Wildbret

Die Ebersberger SPD und Kandidatin Doris Rauscher bekommen im Landtagswahlkampf Hilfe aus Schrobenhausen

Wenn Doris Rauscher und Bianka Poschenrieder am 15. September für Landtag und Bezirkstag antreten, entscheiden auch die Wähler in Schrobenhausen darüber, wie gut die beiden SPD-Kandidatinnen aus dem Landkreis Ebersberg abschneiden. Umgekehrt könnten die Stimmen aus dem Landkreis Ebersberg Horst Winter und Stephanie Bornstein von der Schrobenhausener SPD ihren Einzug in Land- und Bezirkstag erleichtern.

Der Grund ist, dass der Ebersberger SPD-Kreisverband und die Genossen aus dem Wahlkreis Neuburg-Schrobenhausen bei der Abstimmung am 15. September eng zusammenarbeiten wollen und ein sogenanntes Zweitstimmenabkommen beschlossen haben. Dies bedeutet, dass die beiden Direktkandidaten - für Ebersberg eben Rauscher und Poschenrieder - bei ihren Wählern darum werben, mit der Zweitstimme die Direktkandidaten aus dem Land des Spargels zu wählen. Ein solches Abkommen sei deshalb sinnvoll, erklärte Rauscher kürzlich in einem Pressegespräch, weil der Direktkandidat in seinem eigenen Wahlkreis nicht auf der Landes- beziehungsweise Bezirkswahlliste auftaucht. Dort steht Rauscher auf Platz acht, Winter auf Platz 22, aber dies könne sich durch das Wahlergebnis noch verschieben. Denn die Listenplätze blieben nur bestehen, wenn sämtliche SPD-Wähler bei der gesamten Liste ihr Kreuz machten. Es ist aber auch möglich, einzelne Kandidaten auf der Wahlliste für Land- oder Bezirkstag anzukreuzen, diese Kandidaten rücken dann nach oben.

Dass sich nun Ebersberg und Schrobenhausen, immerhin der Wahlkreis von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), zusammentun, habe mehrere Gründe. "Wir haben zuerst in Richtung München gedacht, aber da gibt es schon traditionelle Abkommen", sagte Rauscher. Der neu geschaffene Wahlkreis Neuburg-Schrobenhausen hatte dagegen, genau wie Ebersberg, noch keinen traditionellen Zweitstimmenpartner. Darüber hinaus hätten die beiden Wahlkreise viel gemeinsam, so Anton Krammer, Fraktionssprecher der Kreistags-SPD in Schrobenhausen. Zwar ist der Wahlkreis Ebersberg etwas größer, hier gibt es rund 100 000 Wahlberechtigte, in Schrobenhausen sind es 30 000 weniger. "Aber beide sind als Wachstumsregionen in einer ähnlichen Situation", sagte Krammer. Auch inhaltlich hätten die Kandidaten viel gemeinsam, Rauscher wie Winter wollen sich besonders für eine bessere Integration von Zuwandererkindern, etwa durch Sprachkurse, einsetzen.

Nur eine Gemeinsamkeit fehlt, findet Krammer. Im Gegensatz zu Schrobenhausen, das für seinen Spargel berühmt ist, gebe es in Ebersberg keine überregional bekannte Spezialität. Trotzdem könne auch der Landkreis Spezialitäten vorweisen, ergänzte der Fraktionssprecher der Ebersberger Kreistags-SPD, Albert Hingerl: "Wir haben immerhin einen Forst voller Wildschweine."

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