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Kunstverein Rosenheim:Meister des Kugelschreibers

Künstler Herbert Hinteregger

Aus Tischen, vielen Gemälden und Inn-Sand besteht Herbert Hintereggers Installation für Rosenheim.

(Foto: Veranstalter)

Herbert Hinteregger stellt seine Werke bis Ende Oktober in der Galerie aus

Der österreichische Künstler Herbert Hinteregger verfolgt seit Jahren eine konzeptuelle, materialsprachliche Malerei, die den Prozess des Malens, die Formen ihrer Präsentation sowie den Umgang mit dem Raum thematisiert. Er verwendet fast ausschließlich Kugelschreibertinte aus handelsüblichen Stiften. Seine Gemälde entstehen mit einem immensen Zeitaufwand, sowohl, was die Extraktion der Tinte aus den Minen betrifft, als auch den anschließenden Farbauftrag. Seit einigen Jahren bindet Hinteregger seine Gemälde zudem in installative Szenarien ein, die er eigens für den jeweiligen Ausstellungsort entwickelt.

Nun ist Herbert Hinteregger beim Kunstverein Rosenheim zu Gast, seine Ausstellung in dessen Galerie, Klepperstraße 19, wird an diesem Freitag, 20. September, um 19 Uhr eröffnet. Zu sehen ist sie dann bis 27. Oktober. Hintereggers für den Kunstverein Rosenheim konzipierte Installation "Inn / Sand / Untitled" besteht aus Tischen, die als "Linie" durch den gesamten Ausstellungsraum verlaufen. Darauf liegen Gemälde unterschiedlichen Formats und Kolorits, die Flächen dazwischen sind ebenfalls gestaltet und ergänzen die Gesamtkomposition.

Eine direkt auf der Tischoberfläche applizierte, monochrome Sandarbeit lässt die Tische nicht nur Träger der Installation sein, sondern selbst zum Bildobjekt werden. Der Künstler verwendet in dieser Arbeit Sand aus dem Inn, ein Naturmaterial aus seinem unmittelbaren Lebens- und Schaffensraum in Kirchberg/Tirol. Die Verwendung von Innsand vernetzt den Entstehungsort der Bilder also mit dem Ausstellungsort - beide liegen ja an diesem Fluss. Die Art der Bilderpräsentation lässt den Betrachter quasi am Uferrand stehen und von oben auf einen Bilderstrom schauen, der sich aus Arbeiten der vergangenen Jahre zusammenfügt. Dabei finden sich alle Einzelbilder in direkter Nähe zu anderen Werken - so schafft Hinteregger die für seine Arbeit bezeichnende Reflexion auf die Tradition der konstruktiven Kunst, der er mit Verschiebungen, Brüchen und fehlender Stringenz neue Wege öffnet.

In das Rosenheimer Ausstellungskonzept ist auch eine große Fensterfläche des Ausstellungsraumes miteinbezogen: Sie wird als "All-over" mit leeren Kugelschreibern versehen. Hintereggers Installationen transportieren oftmals zeit- und materialökonomische Fragestellungen, indem er Produkthülle und Produktinhalt einander gegenüberstellt.

Herbert Hinteregger, 1970 geboren, lebt und arbeitet in Kirchberg/Tirol und Wien, er hat an der Akademie der Bildenden Künste in Wien studiert. In seiner Vita finden sich etliche Stipendien, Preise und Ausstellungen.