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Kitas in Ebersberg:Ihr Kinderlein, kommet

Die Betreuungssituation in Ebersberg hat sich entspannt

Von Andreas Junkmann, Ebersberg

Während das vergangene halbe Jahr 2020 eher von schlechten Nachrichten geprägt war, verläuft die Entwicklung im Fall der Kinderbetreuung der Stadt Ebersberg genau umgekehrt: Herrschte im Frühjahr noch die große Sorge, nicht für alle Kinder einen Platz zur Verfügung stellen zu können, hat sich die Situation im Bereich von Krippe, Kindergarten und Hort inzwischen deutlich entspannt. Bei der Stadt ist man sich aber durchaus bewusst, dass das nur eine Momentaufnahme ist. Der erwartete Zuzug in den kommenden Jahren wird zu einer echten Bewährungsprobe werden, die nur mit umsichtiger Vorausplanung gemeistert werden kann.

Im Hier und Jetzt ist diese Planung gut aufgegangen. "Es ist uns gelungen, allen Ebersberger Kindern einen Platz anzubieten", sagte Michael Neumeier von der Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses am Dienstagabend. Im Bereich der Kinderkrippen gibt es sogar noch freie Kapazitäten, was daran liegt, dass die Villa Emilia zwar eine Betriebserlaubnis mit 38 Plätzen hat, in der Praxis dort aber nur drei Gruppen à zwölf Kinder untergebracht sind. In der Kinderlandkrippe sind derzeit sogar elf Plätze offen, sechs davon sind aber bereits vergeben und werden Anfang 2021 besetzt.

Auch bei den Kindergärten liegt die Stadt Ebersberg im grünen Bereich. Hier sind 398 der insgesamt 428 verfügbaren Plätze belegt. Letztere Zahl ist allerdings derzeit nur eine theoretische, da die neue Gruppe in Oberndorf noch nicht voll ausgelastet an den Start geht. "Der Kindergarten kann dann bei Bedarf ausgebaut werden", sagte Neumeier. Das ist im Fall der Einrichtung St. Sebastian zumindest auf Personalebene bereits geschehen. Dank einer neuen Leitung und zusätzlichen Mitarbeitern können dort nun mehr Kinder unterkommen.

Ein kleiner Wermutstropfen ist die Betreuung von Schulkindern, bei der es nach wie vor einen Engpass gibt. Während etwa in der Offenen Ganztagsschule (OGS) noch Plätze verfügbar sind, stehen beim Hort St. Sebastian fünf Kinder auf der Warteliste. Ob man diese dann nicht einfach in der OGS unterbringen könne, wollte deshalb Doris Rauscher (SPD) wissen. Das, so Neumeier, gehe wegen der Altersstruktur und den verschiedenen Förderungen nicht.

Insgesamt zeigten sich die Stadträte aber recht zufrieden mit der derzeitigen Situation. "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", sagte etwa Marc Block (Grüne), der nochmals an das vergangene Frühjahr erinnerte, als man "nicht so optimistisch" gewesen sei, was die Platzvergabe anging. Einig war sich das Gremium, dass ein Engpass auch in den kommenden Jahren vermieden werden müsse. Um das zu gewährleisten, arbeitet die Stadt eng mit dem Team Demografie am Ebersberger Landratsamt zusammen. Konkret liefert die Verwaltung die Daten zur künftigen Bevölkerungsentwicklung, die dann von den Sozialexperten der Kreisbehörde zu einer Prognose über den Bedarf an Plätzen verarbeitet werden.

"Eine frühe Planung ist wichtig und richtig", sagte dazu Doris Rauscher, "die Plätze fallen ja nicht vom Himmel." Marc Block forderte deshalb, in den kommenden Jahren einen Puffer einzuplanen. Das, so Florian Robida vom Team Demografie, sei zwar möglich, allerdings nicht zwingend wirtschaftlich. "Einen Kindergarten leer stehen lassen, ist auch nicht rentabel." In jedem Fall gelte es am Thema Kinderbetreuung konsequent dran zu bleiben, wie Bürgermeister Uli Proske (parteilos) sagte, "damit wir da ja nichts übersehen oder zu spät dran sind".

© SZ vom 29.10.2020

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