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In den Kreisen Ebersberg und Erding:Luftbeobachter mit Mundschutz

Karlheinz Ruhland von der Luftrettungsstaffel in Erding, 2019

Karlheinz Ruhland vom Fliegerclub Erding.

(Foto: Renate Schmidt)

Die Waldbrandgefahr im Kreis Ebersberg und in ganz Oberbayern steigt. Die Saison der Erdinger Flugstaffel startet unter erschwerten Bedingungen

Die Waldbrandgefahr in Bayern steigt dieser Tage, deswegen rücken Anfang nächster Woche erstmals in diesem Jahr die Luftbeobachter aus. Den Kreis Ebersberg wird die Truppe vom Fliegerhorst in Erding voraussichtlich am Montag kontrollieren. Dies teilte Karlheinz Ruhland vom Fliegerclub Erding am Freitag mit. Geflogen wird auch in der Krise, wie Ruhland erklärt. "Die Besatzung fliegt mit Mundschutz und hat Desinfektionsmittel dabei."

Grund für den Einsatz ist die derzeitige Trockenheit, die deshalb verhängnisvoll ist, weil die Bäume noch keine Blätter tragen. "Die Vegetation fehlt den Bäumen, so trocknet die Sonne die Pflanzen schneller aus", so Ruhland. Der milde fast niederschlagslose Winter sei ebenfalls nicht gerade hilfreich gewesen. In der Region ist das Frühjahr oft kritischer als der Sommer. Anders als etwa im August fehlt dem Waldboden derzeit die grüne Decke: Die Böden sind extrem trocken, Feuchtigkeit verdunstet schnell, die Regenfälle reichen nicht aus. Deshalb ordnet das bayerische Innenministerium über die Landratsämter in vielen Jahren - in Absprachen mit den Forstämtern der Regionen - teilweise bereits ab März Waldbrandüberwachung aus der Luft an. "Gerade in Zeiten der Corona-Krise wäre es eine schlimme, weitere Katastrophe, wenn zu den bestehenden Anforderungen an die Einsatzkräfte von Feuerwehren und Rettungsdiensten noch ein großer Waldbrand hinzukommen würde", heißt es in einer Pressemitteilung vom Erdinger Stützpunkt.

Über die Jahrzehnte hat sich der Saisonstart für die Erdinger Luftbeobachter immer weiter ins Frühjahr verschoben. Ruhland, der seit 1987 über Südostbayern unterwegs ist, kann davon erzählen, wie sich die Vegetation im Ebersberger Forst und in den anderen großen Wäldern der Region verändert hat. Seit der Jahrtausendwende sind die Wälder brauner geworden und die Baumkronen röter. Die Trockenheit, Stürme und der Borkenkäfer machen seither zunehmend Probleme.

Geflogen wird demnächst wohl auch von den oberbayerischen Stützpunkten in Mühldorf, Ohlstadt und Königsdorf, so Ruhland. Von Erding aus startet eine Propellermaschine, in der wie immer ein Pilot und ein Luftbeobachter unterwegs sind. Derzeit sind in Erding übers Jahr verteilt sieben Luftbeobachter im Einsatz: zwei Mitarbeiter der Staatsforsten, drei Feuerwehrler, ein Mitarbeiter des Landratsamts Erding und ein ehemaliger Beamter.

Seine Route führt den Flieger vom Erdinger Fliegerhorst über Isen nach Ebersberg und Grafing. Von dort geht es nach Antersberg bei Tuntenhausen, Westerham, Raubling, Kiefersfelden, und Aschau. Es geht vorbei an der Kampenwand und über Unterwössen nach Seebruck, Obing, Haag und Waldkraiburg. Über Anzing, Dorfen, und Taufkirchen endet der Flug nach etwa 90 Minuten wieder in Erding.

Karlheinz Ruhland hatte vergangenes Jahr seinen Rückzug aus der Führung des Erdinger Fliegerclubs angedeutet, ließ sich nun aber für drei weitere Jahre als stellvertretender Stützpunktleiter wählen.

© SZ vom 04.04.2020
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