Hörenswert Von Romantik bis Moderne

Chorverband veranstaltet "Nacht der Psalmen" in Zorneding

Als Auftakt zum Patrozinium in Sankt Martin Zorneding wird nun nach einer langen Pause zum zweiten Mal wieder eine "Nacht der Psalmen" in der katholischen Kirche stattfinden. Sie beginnt am Samstag, 10. November, um 19.30 Uhr, Veranstalter ist der Chorverband Region Münchner Osten. Die Nacht der Psalmen ist vor allem deshalb ein Highlight im Ebersberger Landkreis, weil verschiedene Chöre aus der Region und darüber hinaus ihre Programme vorstellen und einen abwechslungsreichen und kurzweiligen Abend gestalten. Der Eintritt zu dem Benefizkonzert ist kostenlos, Spenden werden einem guten Zweck zugeführt.

Folgende Chöre kann das Publikum in diesem besonderen Konzert hören: Die Schola Sankt Martin unter der Leitung von Amina Fliszar, den Kammerchor a cappella! aus Zorneding unter der Leitung von Eckhard Meißner zusammen mit dem Kinderchor Sankt Sebastian aus Ebersberg, den Chor von Maria Königin zusammen mit der Kantorei der Petrikirche in Baldham unter Cornelia Kapsner, die Sankt Konrad Gospelfriends aus Haar unter der Leitung von Christa Maria Hell, die Chorgemeinschaft Irschenberg unter Hans Billo und den evangelischen Kirchenchor Grafing, geleitet von Rita König.

Ein Höhepunkt wird das selten zu hörende "Psalmkonzert" des zeitgenössischen Komponisten Heinz Werner Zimmermann (geboren 1930) sein, gesungen vom Zornedinger Kammerchor a cappella! zusammen mit dem Ebersberger Kinderchor von Sankt Sebastian und dem Bariton Sebastian Dengler. Das Werk klingt mit seinen Anleihen an den Jazz der 50er-Jahre und einer Combo aus Blechbläsern, Marimbaphon und einem Walking Bass schon fast wie Bigband-Musik. Ebenso zu hören sind an diesem Abend vom Chor Maria Königin und der Kantorei der Petrikirche Baldham Kompositionen von Mendelssohn und Distler. Während Mendelssohn (1809 bis 1847) in seinen Psalmvertonungen die volle Kraft und Emotionalität der romantischen Tonsprache und Harmonik entfaltet, besinnt sich Distler (1908 bis 1942) ziemlich genau hundert Jahre später ganz auf das Wort und bringt den Gehalt des Textes mit Hilfe einer an die Alte Musik angelehnten Kompositionstechnik in kurzen, durchsichtigen Sätzen auf den Punkt. So ergibt sich aus dem Wechselspiel der Psalmvertonungen eine reizvolle Spannung und ein interessanter Einblick in die Entwicklung der Klangsprache von der Romantik bis zur Moderne.

Darüber hinaus präsentieren die unterschiedlichen Chöre einen bunten Strauß an Melodien aus verschiedenen Epochen: Palestrina, Schütz, Schein, Stanford, Kaminski, Distler, Mendelssohn, Becker, Hauptmann, Kiel, Nystedt, Reda und viele Gospels lassen die ganze Bandbreite an Chorgesang erklingen. Die Ankündigung verspricht wohl zu Recht: "Ein Abend, an dem sich das Zuhören lohnt."