Humboldt-Gymnasium Vaterstetten:Ein Ort zum Erwachsenwerden

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Humboldt-Gymnasium Vaterstetten: Talkshow mit Direktor: Die Schülerinnen und Schüler interviewen auch Rüdiger Modell.

Talkshow mit Direktor: Die Schülerinnen und Schüler interviewen auch Rüdiger Modell.

(Foto: Christian Endt)

Vor 52 Jahren wurde das Humboldt-Gymnasium in Vaterstetten gegründet, seit 50 Jahren steht das Schulhaus. Beim großen Jubiläumsfest geben auch die Ehrengäste einen Einblick in ihre Zeit an der Schule.

Von Mathilde Wicht; , Vaterstetten

"Notwendig, lustig und letztendlich zum Glück doch erfolgreich", so beschreibt Vaterstettens Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) heute seine Zeit am Humboldt-Gymnasium in Vaterstetten. Auch andere Persönlichkeiten aus dem Landkreis haben am Montag auf ihre Jahre an der Bildungseinrichtung zurückgeblickt. Anlass war das 50-jährige Bestehen des Gymnasiums, ein Meilenstein, der groß gefeiert wurde. Das Humboldt-Gymnasium in Vaterstetten zählt mit etwa 1500 Schülerinnen und Schülern und 100 Lehrkräften zu den größten Gymnasien in Bayern.

Dass die Feier im Atrium zu etwas Besonderem wird, dazu tragen vor allem die Schülerinnen und Schüler selbst bei. Ihre Vorführung beginnt mit der Frage: "Wofür steht eigentlich HGV und warum feiern wir unsere Schule?" Das Humboldt-Gymnasium Vaterstetten hieß nicht immer so, früher war es ganz schlicht das Gymnasium Vaterstetten. Das sollte sich ändern, im Jahr 2005 wurde es nach den Forschern Alexander und Wilhelm von Humboldt benannt. "Unsere Schule wird 52 Jahre alt, das Gebäude, in dem wir uns befinden, 50 Jahre alt. Das ist ein Grund zum Feiern", so eine Schülerin des Gymnasiums. "Warum feiert ihr eure Schule?" ruft sie ins Publikum. Vereinzelt stehen Schülerinnen und Schüler jeden Alters auf und rufen ihren persönlichen Grund, warum sie ihr Gymnasium feiern, in die Menge: "Unsere tolle Lernplattform und die vielen SMV-Veranstaltungen", so eine junge Schülerin. Genannt werden als Highlights außerdem die vielen Klassenfahrten und Ausflüge, der Pausenverkauf und auch der Pausenhof.

Rüdiger Modell, selbst Mathematik- und Physiklehrer sowie Schulleiter des Humboldt-Gymnasiums, wird als erster auf die Bühne gebeten und in einem Interview von seinen Schülern ausgefragt. "Warum sind Sie denn überhaupt Lehrer geworden?" lautet die erste Frage, auf die Modell eine klare Antwort hat: "Ich hatte selbst tolle Lehrer, die Vorbilder für mich waren. Und Mathe und Physik haben mir immer am meisten Spaß gemacht." Auf die Frage, wie er sich die Schule seiner Träume vorstelle, antwortet Modell, dass das Humboldt-Gymnasium der Schule seiner Träume schon sehr nah komme. "Es kommt auf das Zusammenspiel an, die Rahmenbedingungen müssen passen: Lehrer, Schüler, Unterricht und Schulgebäude. Das passt hier alles sehr gut", so Modell. Es sei wichtig, die Schüler auf die Zukunft vorzubereiten.

Humboldt-Gymnasium Vaterstetten: Die jungen Leute spielen an dem Festtag die Hauptrolle.

Die jungen Leute spielen an dem Festtag die Hauptrolle.

(Foto: Christian Endt)

Martin Wunsch, im Kultusministerium zuständig für die Gymnasien, war ebenfalls als Ehrengast geladen worden. "Das HGV ist eine der größten Schulen in Bayern, sie hat schon immer sehr große Innovationsbereitschaft gezeigt, es ist eine einzigartige Schule", so Wunsch. "Denn Schule ist der Ort, an dem wir erwachsen werden", fügt Wunsch hinzu. Das Humboldt-Gymnasium setze klare Priorität auf die Entwicklung und Förderung ihrer Schüler: Es gebe zahlreiche, gut besuchte Wahlkurse: Arbeitskreise zu den Themen Astronomie, Diversity, Technik, Bienen, die Schülerzeitung, die Theater-AG sowie auch Chor und Orchester.

"Es war eine geile Zeit", sagt der Landrat über die Jahre am Gymnasium

Auch Robert Niedergesäß (CSU), seit 2013 Landrat des Landkreises Ebersberg und selbst ehemaliger Schüler des Humboldt-Gymnasiums Vaterstetten, stellt sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler. "Sie haben das HGV aus drei Perspektiven beobachten können: Schüler, Vater und Politiker. Welche hat Ihnen am besten gefallen?" lautet die erste Frage an Niedergesäß. Als Schüler sei es schon sehr anstrengend und mit Stress verbunden gewesen, so der Landrat, ebenso als Elternteil, man mache sich viele Sorgen. Die Perspektive als Politiker gefalle ihm am besten: "Man wird zu den tollen Ereignissen eingeladen und kann als Politiker helfen, die Schule voranzubringen." Er lobt, dass an der Schule die Talentfindung gefördert werde, denn durch das große Wahlfachangebot hätten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, vieles ausprobieren. Das habe sich im Vergleich zu früher schon verbessert, sagt Niedergesäß. Sein Schlusswort: "Meine Zeit am Humboldt-Gymnasium war einfach eine geile Zeit."

Als Dankeschön dürfen alle geladenen Ehrengäste eine Flasche Wein, ein Glas selbst hergestellten Honig des AK Bienen und einen recycelten Block aus Fehlkopien, überreicht vom AK Klimaschutz, mit nach Hause nehmen.

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