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Grafinger Gewerbeschau:Heftige Kritik am Veranstalter

Die Beschilderung vom Feldparkplatz zur Messehalle sei schlecht gewesen, kritisiert Angelika Obermayr. Sie sei einfach querfeldein gegangen.

(Foto: Hinz-Rosin)

Schlechte Beschilderung, eine verkorkste Eröffnung und mangelndes Engagement des Organisators: Der Arbeitskreis Wirtschaftsförderung übt scharfe Kritik am Veranstalter der Gewerbeschau EGA.

"Zu teuer", "nicht gut", "schlecht beschildert", "verbesserungswürdig" oder "kein angenehmes Umfeld": Die Liste der Kritikpunkte an der Organisation der Gewerbeschau EGA, der Firma Garh aus Erding, ist lang - und ziemlich deutlich.

Solche Wertungen fielen beim Grafinger Arbeitskreis (AK) Wirtschaftsförderung am Dienstag jedenfalls nicht nur am Rande. "Der Veranstalter steht ganz schön im Feuer", betonte Heinrich Hölzle, Vorsitzender des Grafinger Gewerbeverbands, bei der EGA-Rückblende. "Das habe ich ihm auch ganz massiv gesagt."

Manche der Punkte beziehen sich lediglich auf Kleinigkeiten, etwa das Ambiente im Versorgungszelt oder bereits stark in Mitleidenschaft gezogene Stellwände. Auch vom Wunsch nach einer besseren Kommunikation war auf der Liste zu lesen. Über Dinge wie diese ließe sich leicht hinwegsehen - wenn es denn von ihnen abgesehen über den großen Rest keine Klagen gäbe.

Dem ist so aber nach Ansicht des Stadtrat-Arbeitskreises nicht. "Von der Organisation her waren die Veranstalter doch eher überfordert, zumindest dann, wenn es zum Beispiel mit einer Notlösung darauf angekommen wäre", bescheinigte der Vorsitzende des Grafinger Werberings, Peter Schölzel.

Außerdem, so war es auf der Kritikliste des AK zu lesen, war der Eindruck eines stark nachlassenden Engagements entstanden, sobald die Messestände verkauft waren. Heißt: Sei das Geld verdient, spiele der Service nur noch eine untergeordnete Rolle.

Im Zusammenhang mit der Eröffnungsveranstaltung war von "Chaos" und "Kuddelmuddel" die Rede. Für die geladenen Gäste seien nicht einmal Plätze reserviert gewesen, berichtete Kreishandwerksmeister Johann Schwaiger. Mit dem Selbstverständnis der Gewerbeschau steht so etwas natürlich nicht im Einklang. Man sei ja schließlich nicht irgendwer, war die augenscheinliche Wahrnehmung des Gremiums. Sondern immerhin das Mittelzentrum Ebersberg/Grafing.

Zwischendurch wurden die Wortmeldungen so scharf, dass Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) gar auf die gerade öffentlich tagende Runde hinwies: "Vielleicht sollte man das Bashing hier sein lassen."

Gleichwohl beschrieb auch sie eine eher negative Erinnerung an den ersten Messetag. Offenbar fehlte zumindest zu diesem Zeitpunkt noch die Beschilderung vom Feldparkplatz zur Messehalle. "Ich bin deshalb querfeldein los und über irgendwelche Absperrungen drüber." Den Dreck an den Schuhen habe sie dann - wie viele andere auch - leider auf dem Teppich der Gewerbeschau verteilt.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Erdinger Messeorganisator mit Kritik aus dem Landkreis konfrontiert sieht: Im Zusammenhang mit der Markt Schwabener Gewerbeschau war Anfang des Jahres der Vorwurf laut geworden, die Messe sei die vergangenen Male schlecht organisiert gewesen. Auch hätte man sich als Unternehmer vom Veranstalter "blöd anreden" lassen müssen, klagte ein betroffener Firmeninhaber. Die Gewerbeschau wurde in diesem Jahr mangels Anmeldungen von örtlichen Firmen abgesagt.

Die Vorwürfe aus dem nördlichen Landkreis hatte der Erdinger Messeveranstalter damals vehement zurückgewiesen. Zu den Kritikpunkten aus Grafing wollte er sich am Mittwoch nicht äußern. Man sei auf der Sitzung am Dienstag nicht anwesend gewesen, daher fehle der Einblick.

Ob Grafing seine EGA beim nächsten Mal wieder von der Firma Garh organisieren lässt, war am Dienstag nicht Gegenstand der Debatte. Die Entscheidung eilt auch nicht: Turnusgemäß würde die nächste EGA in Grafing im Jahr 2019 stattfinden.

Mit der grundsätzlichen Resonanz sind die Auftraggeber allerdings zufrieden. "Die Hallen waren zum Beispiel am Freitag bumsvoll", berichtete Gewerbeverbandsvorsitzender Hölzle. Gesicherte Besucherzahlen gibt es jedoch nicht. Eine Überlegung könnte Hölzle zufolge ein geringer Eintritt sein. "Dann wüssten wir nicht nur ziemlich genau, wie viele Leute da waren. Da käme auch eine ganz schöne Summe zusammen - die man natürlich auch reinvestieren kann."