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Grafing:Castingrunde zwei

Grafinger Jugendorchester 2018 "Once upon a time" im Alten Speicher Ebersberg

Das "Grafinger Jugendorchester" ist ein üppiger Klangkörper, trotzdem fehlt es derzeit in manchen Bereichen an Musikerinnen und Musikern.

(Foto: Erich Beschorner/oh)

Nach dem Weihnachtskonzert wartet auf das "Grafinger Jugendorchester" die nächste Herausforderung: neue Musiker finden

Am Sonntag lädt das Grafinger Jugendorchester zum Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche Sankt Ägidius nach Grafing ein. Bereits jetzt stehen bei Orchesterleiterin Hedwig Gruber und ihrem Ensemble Gedankenspiele an, wie es im neuen Jahr weiter geht. Thema Nummer eins beim GJO: Neue Nachwuchsmusiker suchen - und nach Möglichkeit auch finden.

Bereits im Sommer starteten die Grafinger eine Offensive bei der Akquise: In Form eines Castings erhoffte sich Leiterin Gruber, über die Landkreisgrenzen hinaus Talente anzuwerben. Und das nicht ohne Erfolg. Die Bilanz: "Zwei neue Celli, eine Klarinette, ein zusätzlicher Kontrabass, und je eine neue Tuba und Geige", sagt Gruber. Allerdings müsse sich bei den Neuzugängen noch zeigen, wie sehr sie sich im Orchester wohlfühlten und einfügten. "Das muss sich noch setzen", so Gruber.

Beim Weihnachtskonzert am Sonntag (Beginn um 17 Uhr) werden einige von den Neuen bereits dabei sein, unter ihnen auch drei ganz junge Kräfte, zwei Buben und ein Mädchen, die alle drei noch vor dem Stimmbruch stehen und das Konzert mit Gesangsauftritten bereichern werden. Eigentlich hätten sie erst beim Sommerkonzert 2020 zum Einsatz kommen sollen. "Dann waren sie aber beim Casting so gut, dass ich sie gleich für Weihnachten eingeplant habe", sagt Gruber.

Ansonsten erwartet das Publikum beim seit 2015 vierten Weihnachtskonzert des Grafinger Jugendorchesters ein Programm, das verglichen mit den Sommer-Shows des GJO "etwas klassischer" daherkommt, wie Gruber es formuliert. Gleichwohl wird es wieder rockige Elemente geben, sowie traditionelle Weihnachtslieder zum Mitsingen. Darunter auch den Klassiker "Stille Nacht" - "aber in einem modernen jazzigen Arrangement", so Gruber. Zwei Stücke kommen von einem jungen Komponisten aus München, den die Grafinger für dieses Konzert gewinnen konnten. 85 Musiker werden in der Kirche im Altarbereich stehen, "was ziemlich eng werden könnte". Ein Highlight: Der Monsterschlager "Das Tor von Kiew" - "da haut's in der Kirche den Putz runter!"

Doch die opulente Besetzung sollte nicht über das aktuelle Problem des Ensembles hinwegtäuschen: Nicht alle, die am Sonntag in der Grafinger Kirche spielen werden, sind fester Bestandteil des Orchesters. "Es sind einige Freunde von Mitgliedern mit dabei, die diesmal aushelfen", so Gruber. Vor allem an Streichern würd es sonst erheblich mangeln. Kommendes Jahr soll deswegen weiter gecasted werden, und zwar in einem geografisch erweiterten Radius. "Bis München sind wir bisher nicht wirklich vorgedrungen", sagt Gruber, "das wollen wir im neuen Jahr angehen, zumal ja einige von uns in München wohnen". Angedacht sind zum Beispiel Plakataktionen, etwa an der Uni, in der Stadtbibliothek oder in Münchner Musikgeschäften. Die beste Eigenwerbung, um neue Mitspieler zu gewinnen, haben die Mitglieder des Grafinger Jugendorchesters aber am Sonntag selbst in der Hand.

Das Weihnachtskonzert des "Grafinger Jugendorchesters" findet am Sonntag, 22. Dezember, um 17 Uhr in der Grafinger Pfarrkirche Sankt Ägidius statt.

© SZ vom 21.12.2019
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