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Glonn:600 Quadratmeter Fitness

Viel Lob erntet der Wintersportverein bei der sehr gut besuchten Eröffnung seines neuen Domizils an der Haslacher Straße. Es bietet Raum für Kraft- und Ausdauertraining sowie Gymnastik, Zumba, Yoga und Co. Danach lockt die Sauna

Von Anja Blum, Glonn

Ende gut, alles gut! - ist man am Sonntag in Glonn versucht auszurufen. Denn der Wintersportverein kann endlich, nach langwierigen Planungen, einer anstrengenden Bauphase, vielen Verzögerungen und Kostensteigerungen, sein neues Domizil, ein Haus des Sports, eröffnen. Und er tut das mit einem großen Fest, mit reichlich Sonnenschein, vielen Leckereien, Vorführungen, Mitmachangeboten und enormer Freude.

Die "WSV-Sportwelt" ist bereits am Vormittag bestens besucht, und alle, Verantwortliche, Mitglieder wie Besucher strahlen um die Wette. Überall vernimmt man lobende, staunende Worte. Und solche der Erleichterung. "Es ist zwar noch nicht alles ganz fertig, aber morgen können wir endlich den Betrieb aufnehmen", sagt ein von den letzten Bauarbeiten sichtlich gezeichneter Sepp Axenböck: Das Gesicht des WSV-Chefs zieren gleich mehrere Schrammen. "Zuletzt haben wir noch das alte Fitnessstudio entkernt", erklärt er. Am Neubau fehlten nun nur noch ein paar Details wie Lampen, außerdem müsse der Außenbereich noch gestaltet werden.

An diesem Montag also geht es los in der neuen Heimat des WSV an der Haslacher Straße, die etwa 600 Quadratmeter Sportfläche bietet. Geöffnet ist von 7 Uhr an, auf dem Programm stehen gleich zwei neue Kurse: ein "Athletictraining" mit Sly und "Body-Art" mit Anita. Sie finden jeweils statt im Funktionsraum - dessen Highlight die sogenannte Brücke ist: ein Eisengestänge quer durch den Raum, an dem man sich wunderbar durch die Luft hangeln kann - wie ein paar muskulöse Jungs im WSV-Shirt am Sonntag gleich unter Beweis stellen. An dem man aber auch alle möglichen Gerätschaften befestigen kann, zum Beispiel Seile, Schlingen oder Boxsäcke. "In diesem Raum sollen vor allem die Angebote für Kinder und Jugendliche stattfinden", erläutert Michael Israel vom Vorstand.

Als Pendant dazu gibt es auf der anderen Seite einen zweiten, gleich großen Raum für Gymnastik, der bis auf ein paar Spiegel an den Wänden völlig leer ist. "Es ist toll, dass wir jetzt so viel Platz haben", freut sich Trainer Christopher, "da kann man auch mal die Tür zumachen und die Musik ein bisschen aufdrehen".

In der Mitte des Hauses befindet sich auf zwei Etagen der dritte Bereich, der dem Kraftsport und dem Ausdauertraining gewidmet ist. Hier gibt es alle Arten von Fitnessgeräten - von einem ganz neu erworbenen Tower für Übungen mit dem Eigengewicht bis hin zur klassischen Hantelbank oder dem beliebten Crosstrainer. Dieser Bereich ist ganz offen gestaltet, im ersten Stock gleicht er einer Galerie. Im Obergeschoss befinden sich auch die Umkleiden, Sanitäranlagen sowie - ebenfalls ganz neu beim WSV - eine Sauna. "Ist ja auch schön, wenn man sich nach getaner Arbeit mal etwas entspannen kann", sagt Israel.

Ganz persönlich freut sich der Finanzvorstand aber wahrscheinlich am meisten über die "echte Geschäftsstelle", die der Verein nun endlich hat. Noch stehen hier die Pokale auf dem Fensterbrett und die Kisten am Boden, doch das Interieur, das die Kreissparkasse ausrangiert hat, verrät bereits, dass hier einmal gut gearbeitet werden kann.

"Das ist eine Mordsverbesserung", lobt eine Frau, die das Gymnastikangebot des WSV nutzt, und auch der siebenjährige Franz macht große Augen. Er ist schon lange beim Taekwondo dabei und wartet am Sonntag auf seinen Auftritt im neuen WSV-Heim. "Mir gefällt, dass alles so natürlich und großzügig ist", lobt ein potenzielles Neumitglied die vor allem mit Holz und Sichtbeton gestalteten Räume. Und Kursleiterin Christine betont die Geselligkeit: "Wir sind eben kein kommerzielles Studio, sondern ein Verein." Ob da noch Wünsche offen bleiben? Aber ja. "Wir würden gerne einen Balkon anbauen, von dem aus man nach der Sauna auf den Wendelstein schauen kann", verrät Israel. Doch ob dafür das Geld reiche, sei ungewiss. Der Verein freue sich jedenfalls immer noch über Spenden. Neue Mitglieder, so viel steht fest, finden sich am Sonntag reichlich.

© SZ vom 27.04.2015

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