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Ebersberg:Klare Kante gegen Rassismus

Der Landkreis Ebersberg will Prävention an Schulen verstärken

Auf Einladung der Polizeiinspektion Ebersberg haben sich Vertreter des Gymnasiums Grafing, der Realschule Ebersberg, von Kommunen und des Landratsamtes mit Vertretern der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus (Bige) über rassistische Vorfälle an Schulen ausgetauscht. Einig waren sich die Bürgermeister der Städte Grafing und Ebersberg, Angelika Obermayr (Grüne) und Walter Brilmayer (CSU) darin, Hetze jeglicher Art keinen Raum geben zu wollen. Sowohl Eltern als auch Schülerinnen und Schüler sollen auch im Umgang mit sozialen Medien in diesem Zusammenhang weiter sensibilisiert werden. Die Entscheidung der Schulfamilie, das Grafinger Gymnasium nach dem KZ-Überlebenden Max Mannheimer zu benennen, mache deutlich, dass die inakzeptablen Inhalte einer Whatsapp-Gruppe nicht das Gesamtbild der Schule prägten, so die Meinung am runden Tisch.

Zusammen mit den Ansprechpartnern für Extremismus an den staatlichen Schulberatungsstellen und den Jugendsozialarbeitern an Schulen sollen Lehrkräfte, Eltern und Schüler über die Ursachen für Hetze und Extremismus sprechen und gemeinsam nach Wegen einer friedlichen, respektvollen Kommunikation suchen. Im Rahmen der "Bildungsregion Landkreis Ebersberg" wird das Präventionsangebot der Bige allen Schulen im Landkreis im nächsten Schulleiterdialog vorgestellt. Unabhängig von den Vorkommnissen erarbeiten Kreisjugendring, sowie die Bündnisse "Bunt statt braun" und "Demokratie leben" derzeit ein Präventionskonzept, von dem sich alle Beteiligten konkrete Handlungsvorschläge versprechen.

Landrat Robert Niedergesäß (CSU) dankte allen Teilnehmern am runden Tisch. "Es ist richtig, wichtig und notwendig, solche Vorgänge sehr ernst zu nehmen und einzuschreiten, wenn Einzelne oder Gruppen an einer Schule oder anderswo rassistische Inhalte verbreiten." Entscheidend, so Niedergesäß, ist es, rechtzeitig zu reagieren und zu informieren. Denn gerade Kindern und jungen Jugendlichen sei die Tragweite und der Hintergrund mancher Äußerungen vielleicht nicht immer bewusst. "Es ist unsere Aufgabe dieses Bewusstsein zu wecken und entschieden Einhalt zu bieten, wenn so etwas sogar bewusst stattfindet", so der Landrat.

© SZ vom 15.01.2020 / SZ
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