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Ebersberg:Das Kreuz mit der Kreuzung

Vor dem Amtsgericht soll ein Kreisverkehr gebaut werden, fordern die Stadträte - nur ist die Kreisstadt hier nicht zuständig

Fragt man einen beliebigen Bewohner der Kreisstadt nach dem unpraktischsten Punkt im Straßennetz, die Antwort wäre wohl: Die Amtsgerichtskreuzung. Das Hauptproblem ist, die Kreuzung ist eigentlich gar keine, denn die Straßen kommen dort nicht kreuzweise sondern versetzt zusammen, was zu einer gewissen Unübersichtlichkeit führt. Die CSU hat nun im Technischen Ausschuss des Stadtrates beantragt, an der Stelle einen Kreisel einzubauen. Dem haben die anderen Fraktionen zwar zugestimmt, dass bald gebaut wird, ist aber unwahrscheinlich.

Denn die an der Amtsgerichtskreuzung vorbeilaufende Bahnhof- beziehungsweise Wasserburger Straße ist eine Staatsstraße und damit kann die Stadt Ebersberg keinen Umbau veranlassen. Aber einen anmahnen, befand die CSU, dementsprechend lautet der Antrag, den Stadtrat Alois Lachner im Ausschuss vorstellte: Der Bürgermeister soll sich beim staatlichen Bauamt in Rosenheim für Verbesserungen an der Stelle einsetzen. Explizit ist hier auch der Kreisverkehr genannt, den die Stadt bereits mehrmals ins Gespräch gebracht hatte - immer ohne Erfolg.

Das werde diesmal auch nicht anders sein, befand Hans Mühlfenzl (SPD), was die CSU hier tue sei ein reines Wahlkampfmanöver. Auch wenn man inhaltlich zustimme, meinte sein Fraktionskollege Christoph Münch. Zustimmung für die Idee der CSU kam auch von Philipp Goldner (Grüne), er befand außerdem, wenn man jetzt im Gremium für eine Intervention in Rosenheim votiere, "ist das Thema aus dem Wahlkampf raus".

Gerd Otter (Freie Wähler) hatte ebenfalls nichts gegen den Vorschlag, aber gegen die Vorgehensweise. Eigentlich gehöre das Thema in den interfraktionellen Arbeitskreis Verkehr. Sein Parteifreund, Zweiter Bürgermeister Toni Ried sah das nicht so eng, "der Punkt ist doch ein Dauerthema und die Forderung nach einem Kreisel können doch alle hier unterstützen."Außer, man ist mit dem Fahrrad unterwegs, meinte Martin Schechner (CSU), da sei ein Kreisverkehr nämlich nicht die beste Lösung.

Auf jeden Fall solle man "die Verhältnisse an der Stelle verbessern", fasste Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) die Debatte zusammen. Er werde einen Ortstermin mit allen zuständigen Stellen vorschlagen und auch den Kreisverkehr als Wunsch der Stadt einbringen. "Vielleicht gibt es aber auch bessere Möglichkeiten." Anschließend soll im Ausschuss berichtet werden, das Gremium befürwortete diese Vorgehensweise ohne Gegenstimmen.

Mittlerweile hat sich die SPD mit Vorschlägen zu Wort gemeldet, was man dem Straßenbauamt außer einem Kreisverkehr noch vorschlagen sollte. In einer Pressemeldung der Fraktion und von SPD-Bürgermeisterkandidat Uli Proske wird auf die stets ablehnende Haltung der Rosenheimer Behörde, was den Kreisel angeht, verwiesen. Darum sollte man darüber hinaus auch die Einführung von Tempo 30 im Bereich der Kreuzung, am besten zwischen Bahnhof und Ortsausgang, anregen. Auch der Einbau einer Ampel sowie das Anbringen von Verkehrsspiegeln könnten die Stelle sicherer machen.