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Corona im Landkreis Ebersberg:Ärger über stockenden Nachschub

Ebersberger Landrat zweifelt an, dass Impfzentren fair beliefert werden

Die Zahlen sprechen für sich: Mehrere Landkreise ziehen an Ebersberg vorbei, was das Impftempo betrifft - obwohl der Landkreis Kapazitäten frei hätte und auch mehr Impfstoff bestellt hat. "Wegen der knappen Impfstofflieferungen können nächste Woche leider nur wenige Erstimpfungen angeboten werden. Der Landkreis Ebersberg würde gerne mehr impfen, ihm fehlt aber der nötige Impfstoff, was mehr als ärgerlich ist und die Frage aufwirft, ob die Impfzentren wirklich gleichmäßig fair beliefert werden", so Landrat Robert Niedergesäß (CSU) in einer Pressemitteilung. In der kommenden Woche fielen die Impfstofflieferungen wieder um ein Drittel niedriger aus als in der Vorwoche, obwohl der Landkreis 25 Prozent mehr Impfstoff bestellt habe. Man erwartet im Impfzentrum insgesamt 1884 Dosen des Impfstoffs von Biontech und 500 Dosen von Moderna. Für die Zweitimpfung mit Astra Zeneca werden 150 Impfdosen erwartet. Eben diese Zweitimpfungen stellen das Impfzentrum laut einer Pressemitteilung des Landratsamts vor eine große Herausforderung. Unter 60-Jährige können bei der Zweitimpfung auch einen anderen Impfstoff wählen. Wie viele Bürgerinnen und Bürger von dieser Option Gebrauch machen werden, ist noch unklar. Deshalb muss für die Zweitimpfungen mit Astra Zeneca Impfstoff von Biontech und Moderna vorgehalten werden, der dann nicht für Erstimpfungen zur Verfügung steht. Insgesamt haben bisher 32 267 Menschen im Landkreis Ebersberg eine Erstimpfung erhalten. 3573 Impfungen davon haben Hausärzte vorgenommen. Die Impfquote liegt bei 22,4 Prozent.

Eine unerfreuliche Entwicklung gibt es bei der Sieben-Tage-Inzidenz. Nachdem sie am Donnerstag kurz unter die 100er-Marke gerutscht war, lag sie am Freitag laut dem Dashboard des Robert-Koch-Instituts wieder bei 104,4. Das heißt also, dass in den Schulen weiterhin Distanzunterricht stattfindet und in den Kindertagesstätten nur Notbetreuung angeboten wird. Auch zum Einkaufen - sieht man von Dingen des täglichen Bedarfs ab - braucht man weiter zusätzlich zum Termin auch einen negativen Coronatest. Nach Angaben des Landratsamts wird sich die beschlossene Änderung des Infektionsschutzgesetzes nach bisherigem Kenntnisstand nicht auf die Regelungen in Bayern auswirken.

© SZ vom 24.04.2021 / SZ
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