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Bildung in Markt Schwaben:Ohne Filter

Markt Schwaben lehnt Luftreiniger in Schulen ab

Von Korbinian Eisenberger, Markt Schwaben

Die Gemeinde Markt Schaben hat sich dagegen entschieden, die Schulen im Ort mit mobilen Luftreinigungsfiltern auszustatten. Wie Bürgermeister Michael Stolze (parteilos) in dieser Woche mitteilte, sehe man in den Reinigern eine zu große Belastung für Schüler und Lehrer. Bayernweit werden derzeit vielerorts Schulen mit Raumfiltern ausgestattet, um das Infektionsrisiko im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu senken. Stolze: "Das einzig probate Mittel ist konzentriertes Lüften."

Konkret geht es um die Lehrer und Schüler der Markt Schwabener Grund- und Mittelschule. In Absprache mit den Schulen fiel die Entscheidung einvernehmlich, wie Grundschulleiterin Monika Seidel bei einer virtuellen Pressekonferenz bestätigte. "Die Geräte sind tatsächlich laut, wenn sie laufen", so Seidel.

Bürgermeister Stolze berichtete von Erfahrungswerten aus dem Landkreis Erding, wo Raumfilteranlagen in vielen Klassenzimmern eingesetzt werden, seine Kinder gehen dort zur Schule. Die Geräte seien so laut gewesen "wie ein Staubsaugerpegel", so Stolze. Es gebe Rückmeldungen von Lehrern, die solche Filter mittlerweile nicht mehr benutzen würden, "weil der Ablauf des Unterrichts dadurch nachhaltig gestört wurde".

Entschieden wurde darüber in der Maisitzung des Haupt- und Bauausschusses.

Es gibt Schulen, die Raumluftfilter derzeit testen, andere haben die Geräte bereits gekauft, wieder andere - wie nun auch in Markt Schwaben - lehnen den Einsatz ab. An den Schulen im Ort wurden stattdessen vor kurzem CO₂-Ampeln installiert, die sich bewährt hätten, so Grundschulleiterin Seidel.

Der Entscheidung "gingen intensive Marktrecherchen voraus und zusätzlich wurde ein Luftreinigungsgerät als Feldtest in der Grund- und Mittelschule installiert, um Erfahrungen aus erster Hand zu bekommen", soweit die Mitteilung der Gemeinde. Dem Gremium und der Verwaltung sei bewusst, dass mobile Luftfilter bisweilen mit der Hoffnung verbunden seien, dadurch wieder normalen Unterricht stattfinden zu lassen. "Klar ist aber auch, dass mit dem aktuellen Stand der Technik nur ein Teil der Aerosole durch die Filterung der Luft gebunden wird, sodass die Ansteckungsgefahr für die Kinder im Raum bei Anwesenheit eines infektiösen Schülers nicht ausgeschlossen werden kann", so die Gemeinde. Nach "reiflicher Abwägung aller Fakten" hätten sich die Mitglieder des Ausschusses dagegen entschieden.

Die Verwaltung erklärt, dass man den technischen Fortschritt dieser Technologie weiter verfolgen werde. "Sollten neue Erkenntnisse zum Schutz der Kinder vorliegen, wird das Gremium erneut über die Thematik beraten."

© SZ vom 15.05.2021
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