bedeckt München

Auch für den Landkreis:Alarmierende Prognose

Institut rechnet mit starkem Anstieg der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit wird 2020 im Arbeitsagenturbezirk Freising, zu dem auch der Landkreis Ebersberg gehört, um 3100 auf 9900 Erwerbslose steigen, ein Plus von 45,6 Prozent. Das prognostiziert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in seiner Herbstprognose im mittleren Konjunkturszenario. Im Jahresdurchschnitt 2021 werden demnach die Erwerbslosenzahlen weiter steigen, um 1100 beziehungsweise 11,1 Prozent auf 11 000. "Wir erleben derzeit einen seit über zehn Jahren nicht mehr gesehenen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Bei einer noch schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung, im Negativszenario der IAB-Prognose, würde die Arbeitslosigkeit in Freising 2021 deutlich stärker, um 18,2 Prozent beziehungsweise 1800 Personen auf 11 700 Arbeitslose steigen. Das bereitet uns Sorge. Und noch ist das weitere Pandemie-Geschehen völlig offen. Der derzeitige teilweise Lockdown ist in den Zahlen noch nicht abgebildet", kommentiert der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW), Bertram Brossardt.

Laut Prognose wird die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Agenturbezirk 2020 dennoch um rund 300 auf 217 100 Personen sinken. Im Jahresdurchschnitt 2021 wird die Beschäftigung mit 220 700 Personen wieder um 1,7 Prozent beziehungsweise um 3600 Personen höher liegen als 2020. "Im kommenden Jahr zeigen die Prognosen wieder eine Erholung an. Dennoch nimmt die Arbeitslosigkeit im Arbeitsagenturbezirk Freising zunächst noch einmal zu. Wir rechnen frühestens 2022 damit, dass Vorkrisenniveau wieder zu erreichen", erklärt Brossardt. Die VBW sieht neben den Auswirkungen der Pandemie auch den industriellen Strukturwandel sowie wachsende außenwirtschaftliche Risiken mit Sorge. Dazu kämen, so Brossardt, auch "innenpolitische Fehlanreize, die die Wirtschaft belasten".

© SZ vom 20.11.2020 / SZ
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema