Asylbewerber "Seerose" als Heim für Flüchtlinge

Das Landratsamt will die Gaststätte in Ebersberg anmieten. Mindestens 38 Asylbewerber könnten hier eine vorübergehende neue Heimat bekommen.

Von Barbara Mooser

Früher trafen sich hier die Ebersberger Vereine, zuletzt warb das Restaurant "Seerose" in der Eberhardstraße mit stylischem Ambiente und "kompromisslos, einfach, ehrlicher Küche auf hohem Niveau". Diese Tage sind schon länger vorbei, nun soll das Gebäude ganz anders genutzt werden: Mindestens 38 Asylbewerber könnten hier eine vorübergehende neue Heimat bekommen, sofern sich die Pläne des Landratsamts realisieren lassen. Der Technische Ausschuss des Stadtrats berät am 10. Dezember über eine Nutzungsänderung. In der Stadtverwaltung werden die Pläne begrüßt: "Wir finden diese Idee super und favorisieren eine solche Lösung schon lange", sagt Geschäftsleiter Erik Ipsen dazu. Dass der Ausschuss die Nutzungsänderung billigt, ist allerdings nur der erste Schritt, wie Landratsamtssprecherin Evelyn Schwaiger erläutert. Auch Umbauten sind dann noch notwendig. Daher sind momentan noch keine Prognosen möglich, wie schnell die Flüchtlinge in der neuen Unterkunft nahe des Ebersberger Zentrums einziehen können. Bisher sieht es so aus, als könnten mindestens 38 Menschen in den Räumen der Gaststätte unterkommen. Je nachdem, wie sich die Zugangszahlen entwickelten, fänden dort eventuell auch noch mehr Menschen Platz, erklärt Schwaiger. Derzeit leben in der Kreisstadt 66 Asylbewerber, allerdings wird um die Jahreswende herum eine Unterkunft für 23 Menschen wegfallen, weil die betreffenden Häuser am Kurt-Rohde-Platz abgerissen werden. Die meisten Asylbewerber - an die 100 - sind derzeit in Grafing untergebracht, auch hier wurde unter anderem eine alte Gaststätte zu Unterkünften für Flüchtlinge umgewandelt. Die Zahl der Flüchtlinge, für die der Landkreis Wohnraum bereitstellen muss, steigt allerdings ständig. Derzeit sind es gut 230 Asylbewerber, Ende 2014 könnten es schon 630 sein. Daher sind neue Unterkünfte unter anderem auch in Anzing, Zorneding und Poing geplant.