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Anti-Windkraft-Initiative im Landkreis Ebersberg:Bürgerinitiative gegen Windpark gegründet

Purfinger Gruppierung will vor einer Entscheidung für den Standort im Forst andere Areale überprüfen lassen

Vaterstetten - Nach der emotional geführten Debatte in Anzing um einen geplanten Windpark am westlichen Rand des Ebersberger Forstes war es zu erwarten: Gegen das Projekt formiert sich Widerstand. Während Politiker die Energiewende forcieren, fürchten Anwohner am vorgesehenen Standort eine Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität durch den Anblick der sechs Windräder und durch möglichen Lärm der kreisenden Rotoren. Im Vaterstettener Ortsteil Purfing hat sich nun eine Bürgerinitiative gebildet. Die Gruppierung plant, ihre weitere Vorgehensweise überörtlich mit den Betroffenen in Frotzhofen, Pöring und Wolfesing abzustimmen.

"Wir sind keine Krawallos", stellt eine der Initiatorinnen, Catrin Dietl, klar. Damit bezieht sie sich auf den Verlauf der Anzinger Informationsveranstaltung zum Windpark vom vergangenen Dienstag, wo Einzelne Bürgermeister Franz Finauer genauso wie den Vertretern des Unternehmens Green City Energy in aggressivem Tonfall begegnet waren. Der Bürgerinitiative hingegen käme es auf die sachliche Auseinandersetzung mit dem Vorhaben an, betont die Purfingerin, die seit zwölf Jahren mit ihrer Familie in dem Vaterstettener Ortsteil lebt.

Dazu gehört ihrer Ansicht nach die umfassende Information der betroffenen Anwohner über das Projekt. Stattdessen habe sie wie auch ihre Nachbarn Anfang Juni eher zufällig von den Planungen rund 1000 Meter vor der eigenen Haustür erfahren. Irritiert habe sie ein Anruf im Umweltamt des Vaterstettener Rathauses, wo man ihr mitgeteilt habe, dass der Windpark eigentlich beschlossene Sache sei, weil sich das Areal im Besitz der Bayerischen Staatsforsten befinde. "Dass das schon so konkret ist, das hat mich wie der Schlag getroffen", sagt Catrin Dietl. Und das, obwohl die Purfinger erst bei einer Bürgerversammlung am 13. Juli in der alten Brennereihalle offiziell informiert werden sollen.

Die Bürgerinitiative will zu dem Termin nicht unvorbereitet sein - auch, weil die Dimension des Vorhabens im Forst für sie unvorstellbar sei. Deshalb sei die Gruppierung nach Dattendorf bei Hof gefahren, wo ein vergleichbarer Windpark mit fünf gut 190 Meter hohen Windrädern stehe. "Was ich in Dattendorf gesehen habe, hat mich entsetzt", sagt Catrin Dietl. "Das ist mächtig und gewaltig groß." Vor allem höre man aber auch in einem Kilometer Entfernung durchaus die Geräusche der Rotoren. "Das hört sich an, als wenn andauernd ein Flugzeug über einem kreist", beschreibt die Purfingerin ihren Eindruck.

Umso mehr ist man in der Bürgerinitiative der Ansicht, dass man den Windpark im Forst nicht übers Knie brechen dürfe. Auch wenn sich Catrin Dietl im Klaren darüber sei, dass man der Initiative vorwerfen werde, zwar für regenerative Energien zu sein, nur eben nicht vor der eigenen Haustür, wollen die Mitglieder erreichen, dass zunächst andere Standorte für den Windpark im Landkreis geprüft werden. Schließlich gehe es um die unberührte Natur im Forst, die trotz der Notwendigkeit einer Energiewende nicht eilig riskiert werden dürfe. (Seite 3)