Doppelmord von Krailling:Prozess beginnt im Januar

Acht Monate nach dem Doppelmord an zwei Mädchen in Krailling hat das Landgericht München die Anklage gegen den Onkel zugelassen. Weil Thomas S. die Tat abstreitet, muss die Wahrheit in einem Indizienprozess ermittelt werden, in dem wohl mehr als 40 Zeugen aussagen - darunter auch ein früherer Mithäftling.

Es wird wohl einer der spektakulärsten Indizienprozesse der vergangenen Jahre werden: Am 17. Januar beginnt vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts München II der Prozess um den Doppelmord von Krailling. Dem Postboten Thomas S. wird vorgeworfen, in der Nacht zum 24. März heimtückisch und aus Habgier seine acht- und elfjährigen Nichten in deren Kraillinger Wohnung getötet zu haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Onkel auch die Mutter der Mädchen umbringen wollte. Der Angeklagte, der an diesem Montag in der Untersuchungshaft 51 Jahre alt wird, bestritt nach seiner Verhaftung am 1. April in ersten Vernehmungen die Mordtat. Später schwieg er zu den Vorwürfen.

Den Postzusteller, der als einer ersten nach dem Doppelmord eine Speichelprobe abgegeben hatte, belasten vor allem DNS-Spuren an den Opfern, an einer Hantel und einem Seil. Sein Pflichtverteidiger sieht das Motiv der Habgier jedoch als "nicht stichhaltig" an. Es sei auch unklar, ob es nicht zwei Täter gebe und auf welche Weise der Angeklagte zum Tatort gekommen und wieder verschwunden sei, so der Anwalt.

Weil Thomas S. die Tat abstreitet, muss die Wahrheit in einem Indizienprozess ermittelt werden, in dem wohl mehr als 40 Zeugen aussagen müssen - darunter womöglich auch ein früherer Mithäftling in Stadelheim, dem Thomas S. von der Tatnacht erzählt haben soll. Der Prozess ist auf 13 Verhandlungstage angesetzt.

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