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Debatte über Lizenzgebiete:Erst mal ein Arbeitskreis

Bogenhauser Lokalpolitiker streiten wieder übers Parkwapperl

Von Nicole Graner, Bogenhausen

Es ist ein ewiges Thema. Soll es nun in Bogenhausen Parkraummanagement geben oder nicht? Besonders in Alt-Bogenhausen ist der Parkdruck groß. Immer wieder beschäftigte man sich im Bezirksausschuss (BA) damit. Immer wieder diskutierte man von Neuem. Ist das Parkwapperl sinnvoll? Hält es wirklich Pendler und Parkplatzsuchende aus Haidhausen ab, wo längst Wapperlpflicht herrscht wie fast überall innerhalb des Mittleren Rings? Sind kostenlose Parkplätze und der Bau von Tiefgaragen in Bogenhausen nicht besser als eine Problem-Verschiebung von einem Stadtviertel ins andere?

Auslöser für die neue Diskussion war ein Bürgeranliegen, diesmal aus der Niedermayer-, der Gebele- und der Amberger Straße. Sie liegen nahe am Arabellapark und am Effnerplatz, sodass viele Parkplatzsuchende ausweichen. Für die Anwohner heißt das: Runden drehen und nochmals Runden drehen. Die Grünen forderten daher, die Möglichkeit von Parkraummanagement in den schon geprüften Gebieten noch einmal zu überprüfen. Der Zeitpunkt für eine Evaluierung sei jetzt gekommen, die Viertel hätten sich verändert, argumentierte Petra Cockrell (Grüne). Damit begann die Debatte. Wieder einmal.

"Wenn wir darüber sprechen, müssen wir generell in die Tiefe einsteigen", erklärte Robert Brannekämper (CSU). Wenn der BA Lizenzgebiete festlegen wolle, dann nicht nur für einzelne Straßenzüge. Wo wolle man aber die Grenzen ziehen? Und förderten nicht Lizenzgebiete die Verdrängung der Parkplatz-Problematik einfach nur "woandershin"? Im "luftleeren Raum" zu diskutieren, betonte Brannekämper, habe keinen Sinn. Am Ende brauche man Zahlen. Man solle im Kreisverwaltungsreferat mit Fachleuten sprechen, ob Lizenzgebiete sinnvoll seien und mit dem Stadtrat abklären, ob man überhaupt bereit wäre, die Zahlen für Bogenhausen zu evaluieren. Wieder einmal.

Man müsse nicht wieder in eine "High-Level-Diskussion einsteigen", entgegnete Petra Cockrell. Der erste Schritt wäre doch, gemeinsam zu überlegen, wie man in dieser Thematik sinnvoll für das Viertel vorgehen wolle. Auch anhand von Zahlen. Florian Braun (Grüne), der noch einmal betonte, dass Lizenzgebiete seiner Meinung nach für die Anwohner erheblich Druck rausnehmen würden, plädierte für eine qualifizierte Vertagung. Eine Arbeitsgruppe solle die Rahmenbedingungen erarbeiten, die für eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema nötig seien. Auch sollten die Unterausschüsse Verkehr und Mobilität sowie Stadtplanung und Bauordnung in der Arbeitsgruppe involviert sein. Darin waren sich dann alle Fraktionen einig. Vorerst.

© SZ vom 24.09.2020

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