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Verkehr:Weniger Staus in Dachau

Stadt investiert 300 000 Euro in ein neuartiges Steuerverfahren

Weniger Staus, schnellere Busse: Ein neuartiges Steuerverfahren könnte dafür sorgen, dass in den derzeit oft überlasteten Straßen der Stadt Dachau der Verkehr zumindest gleichmäßiger fließt. Vor allem Linienbusse könnten durch intelligente Signaltechnik zügiger vorankommen. Voraussetzung ist, dass an allen Ampeln spezielle Erfassungssysteme installiert werden. Diese Geräte könnten dann sämtliche Bluetooth-Signale erfassen, die von Handys in den Fahrzeugen abgestrahlt werden. Auf Basis dieser Daten würden dann nicht nur Verkehrszahlen, Quell- und Zielverkehr, Staus und Störungen statistisch erfasst, sondern der Verkehrsfluss auch aktiv reguliert über die Ampelschaltungen. Ein erster Versuch mit der Buslinie 724 verlief erfolgreich, wie die Stadträte im Verkehrsausschuss erfuhren.

An beiden Einmündungen der Münchner Straße in die Bahnhofsstraße und die Hermann-Stockmann-Straße wurden dafür im Sommer probehalber Erfassungsgeräte montiert, die Busse mit entsprechenden Handys ausgestattet. Diese Strecke wurde ausgewählt, weil die 724-er Busse an diesen Kreuzungen viel Zeit verlieren. Das Ergebnis der Versuchsphase: Die Fahrzeiten reduzierten sich um bis zu 53 Prozent. "Die Beschleunigung wurde erreicht, die Takte besser eingehalten, es funktioniert", erklärte Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) den Räten im Ausschuss. Um ganz Dachau mit derartigen Erfassungsgeräten auszustatten, so dass alle Buslinien und auch der allgemeine Autoverkehr profitieren, müsste die Stadt 300 000 Euro ausgeben. Die Stadträte entschieden daraufhin einstimmig, das Projekt weiter voranzutreiben und Finanzmittel im Etat 2016 einzustellen. Die Verwaltung soll klären, ob staatliche Fördermittel verfügbar sind. Bevor das Vorhaben startet, wird der Ausschuss erneut beraten.