bedeckt München 20°

Stadtentwicklung:Mehr Platz für die Stadtverwaltung

Das Grundstück am Karlsberg 1 hat die Stadt 2013 gekauft. Der Schriftzug erinnert noch an das Herrenmodengeschäft mit dem Namen Trinkgeld.

(Foto: Toni Heigl)

Am Karlsberg sollen neue Gebäude für die Rathausmitarbeiter und das Bürgerbüro geschaffen werden. Das Vorhaben wird das Gesicht der Altstadt verändern.

Das Dachauer Rathaus soll eine Erweiterung am Karlsberg bekommen. Auf jeden Fall aus dem Stadtbild weichen wird dafür das ehemalige Herrenmodengeschäft Trinkgeld am oberen Hang. Das gesamte Grundstück gehört der Stadt. Die Stadträte im Bauausschuss beauftragten die Stadtverwaltung einstimmig, einen offenen Wettbewerb zur Bebauung des Geländes vorzubereiten. Sowohl die - zusammen mit der Einwohnerzahl - wachsende Stadtverwaltung als auch das Bürgerbüro benötigen dringend mehr Räume. Kürzlich sei die "letzte Reserve aktiviert" worden, sagte Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) in der Sitzung am Dienstag, in dem nun auch Schulungsräume als Büros genutzt würden.

Gegen die Stimmen der CSU hatten die Stadträte im Haupt- und Finanzausschuss im September einen Grundsatzbeschluss gefasst, nachdem die Stadtverwaltung und das Bürgerbüro in der Altstadt bleiben sollen. Die Stadt hatte sich damals Hoffnungen gemacht, das Rössler-Anwesen kaufen zu können, allerdings bot dann ein anderer Investor offenbar mehr Geld. Ziel des Beschlusses war, Verwaltung und Bürgerbüro zu konzentrieren und kurze Wege zu garantieren. Die notwendige Erweiterung des Rathauses ist ein Thema, das Verwaltung und Stadtrat schon länger beschäftigt. So gab es auch Überlegungen, die Standorte über das Stadtgebiet zu verteilen. Geprüft worden waren dazu früher schon das Postgelände am Bahnhof, das Grundstück der ehemaligen Postschule, heute Scheibnerschule, der Metzgerhof in der Burgfriedenstraße 1 bis 2, das Grundstück der Bürgerspitalstiftung in der Gottesackerstraße 5 und das Wiesböck-Anwesen. Das Grundstück am Karlsberg 1 hat die Stadt 2013 gekauft, es hatte früher dem 2012 verstorbenen Peter Hartinger gehört, der in den Achtzigerjahren einmal für die Republikaner im Stadtrat gesessen hatte.

Mit der Rathauserweiterung an diesem Ort ist auch ein komfortablerer Aufgang von der Unterstadt her wieder Thema. Für das neue Gebäude soll eine Fußgängerbrücke über den Mühlbach geschaffen werden und daran anschließend ein erleichterter Aufgang, zum Beispiel eine Kombination aus Aufzügen und Rampen. Dieser soll unabhängig von den Rathausöffnungszeiten zu jeder Tageszeit benutzbar sein.

Für die Mitglieder im Bauausschuss hatte das Bauamt drei erste Skizzen entworfen, um zu zeigen, wie das Grundstück am Karlsberg genutzt werden kann. Bebaut werden könnte es demnach nur am unteren Hang, nur am oberen Hang oder an beiden Enden. Diese letzte Variante könnte nach ersten groben Berechnungen eine Nutzfläche von 1600 Quadratmetern ergeben. Geschaffen werden könnte dabei in jedem Fall nach der Idee des Bauamts eine "Bürgerterrasse", die für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden könnte und als repräsentativer Eingang dienen würde.

Klar ist schon jetzt: "Das neue Rathaus wird sich in jedem Fall nicht in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen." So formulierte es das Bauamt für die Sitzungsvorlage. CSU-Stadtrat Peter Strauch äußerte die Sorge, dass am Ende der ganze Hang zugebaut wird, "nur weil wir damit anfangen." Bauamtsleiter Michael Simon versicherte jedoch, es sei "selbstverständlich", dass der in allen historischen Stadtansichten festgehaltene Rathaushang unbebaut bleiben müsse. Der Denkmalschutz ist eines von vielen Themen, die berücksichtigt werden müssen. Das Vorhaben wird aufwendig und langwierig. Nach dem Architektenwettbewerb, dessen Ausschreibung nun genau formuliert werden muss, wird mit der Bauleitplanung begonnen. Nach jetzigem Status ist auf dem Grundstück ein solches Vorhaben noch gar nicht erlaubt.

© SZ vom 14.07.2016

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite