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Sanierung:Neues am Kloster

Das Gebäude mit der Adresse Birgittenhof 12 neben dem Altomünsterer Pfarrhof (rechts) wird abgerissen. Nur der Torbogen und das Kellergewölbe stehen unter Denkmalschutz.

(Foto: Niels P. Joergensen)

Neben dem Pfarrhof Altomünster entsteht ein Mehrparteienhaus

Am Rande des Klosterkomplexes tut sich etwas: Dass der dreihundert Jahre alte Bau der Schultreppe 4 von Grund auf saniert wird, ist seit einiger Zeit bekannt. Neu ist aber, dass das benachbarte Gebäude mit der Hausnummer Sankt Birgittenhof 12 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden soll. Am Dienstag behandelte der Bauausschuss des Gemeinderats einen entsprechenden Antrag und stimmte ihm zu. An der Stelle soll ein Mehrparteienhaus mit zehn Wohneinheiten entstehen.

Dennoch ist das Ganze überraschend, denn der Sankt Birgittenhof 12 ist in der Liste der Baudenkmäler des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege aufgeführt. An einem Torbogen ist eine Plakette mit der Jahreszahl 1804 angebracht. Giovanni Mastroianni von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Dachauer Landratsamts klärt auf: "Geschützt ist nur das alte Kellergewölbe sowie der Durchgang, nicht jedoch das Haus selbst." Das historische Gebäude aus dem 18. Jahrhundert sei wohl Anfang des 20. Jahrhunderts einem Brand zum Opfer gefallen. "Dabei blieben wohl nur wenige Mauerreste übrig", so Mastroianni. Der Nachfolgebau wurde zusammen mit Experten des Landesamts begutachtet, sei aber nicht als denkmalschutzwürdig eingestuft worden. Im Gegensatz zum Kellergewölbe, das einst als Bierkeller diente, und zum Nachbargebäude Sankt Birgittenhof 14, ein zweigeschossiger Massivbau, dessen Kern wie viele Bauwerke des Klosterkomplexes aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammt. Wie ursprünglich auch der Sankt Birgittenhof 12.

Michaela Felber, die Bauamtsleiterin der Kommune, erklärt, dass der Neubau profilgleich zum jetzigen Gebäude geplant sei: ein 35 Meter langer Riegel mit einer Breite von knapp zwölf Metern. Die Firsthöhe soll 14 Meter betragen, die Wände werden rund sechs Meter hoch sein. Mastroianni betont, dass das neue Haus zahlreiche Auflagen erfüllen muss, damit es in das Ensemble passt.

Der Sankt Birgittenhof 12 wird wohl nicht das letzte Projekt rund um den Altomünsterer Klosterkomplex sein, das demnächst für Aufsehen sorgt. "Das Bild Altomünsters wird sich ändern", ist aus der Verwaltung zu hören. Giovanni Mastroianni äußert sich ähnlich, will aber dennoch nicht in Details gehen: "Datenschutz, Sie verstehen."