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Neubauprojekt abgelehnt:Mit Maß und Ziel

Bürgermeister Marcel Fath, Freie Wähler.

(Foto: Toni Heigl)

Auch wenn viele Wohnungen fehlen - Petershausener Gemeinderäte wollen den dörflichen Charakter bewahren.

Im Landkreis herrscht ein eklatanter Mangel an Wohnungen, deshalb sind Neubauprojekte in der Regel willkommen. Aber gebaut werden soll nach wie vor mit Maß und Ziel, finden die Gemeinderäte in Petershausen. Genehmigt wurde deshalb der Antrag für eine Wohnanlage mit 30 Einheiten, die mitten in Petershausen in unmittelbarer Nähe zum S-Bahnhof entstehen soll. Einstimmig abgelehnt haben die Kommunalpolitiker dagegen den Antrag für zwei Mehrfamilien- und zwei Doppelhäuser im Dorf Obermarbach mit seinen 205 Einwohnern - dort sollte nämlich deutlich größer und höher gebaut werden, als dies ein rechtsgültiger Vorbescheid des Landratsamts zubilligt.

So eine enorme Aufstockung des Baurechts geht zu weit, fanden die Gemeinderäte. Zumal Konsens herrsche, das betonte Bürgermeister Marcel Fath (FW), dass eine bauliche Verdichtung in Petershausen selbst begrüßt wird, die kleinen Ortschaften im Umkreis aber ihren dörflichen Charakter behalten sollen. Unumstritten war das Vorhaben der Volksbank Raiffeisenbank Dachau, die neben einer bereits von ihr errichteten Wohnanlage an der Bahnhofsstraße mitten in Petershausen nun dort eine letzte Brachfläche ebenfalls bebauen möchte. Keine hundert Meter Fußweg vom Bahnhof entfernt, entstehen zwei dreigeschossige Gebäude mit insgesamt 30 Wohnungen vom Appartement mit einem bis zur Familienwohnung mit vier Zimmern. Erstmals kommt bei diesem Projekt die neue Stellplatzsatzung zum Zug, so dass neben 46 Autoparkplätzen auch 41 Radständer gebaut werden.

Die vorgelegte Planung hole "das Maximale raus", bleibe aber im Rahmen des von der Gemeinde genehmigten Vorbescheids, erklärte Bauamtsleiter Thomas Schleicher. Die Gemeinderäte stimmten der Planung grundsätzlich zu, dennoch gab es noch Anregungen. So wünschen sie im Vordergebäude an der zentralen Bahnhofstraße auch Geschäfte. Laut Plan sollen dort auch Wohnungen entstehen, und dabei wird es vermutlich auch bleiben. Denn Ladenflächen sind nicht nur in Petershausen deutlich schwieriger zu vermarkten. Und eine rechtliche Handhabe, Geschäfte vorzuschreiben, gibt es nicht. "Wir können uns das nur wünschen", sagte Bürgermeister Fath.

Den Hinweis von CSU-Gemeinderat Gerhard Weber, dass die geplanten senkrechten Parkplätze an der viel befahrenen Bahnhofsstraße zu gefährlichen Situationen führen könnten, nahmen die Gemeinderäte einstimmig als Hinweis mit in die Genehmigung auf. Einer Meinung waren die Mitglieder im Bauausschuss dann auch bei einem zweiten Wohnprojekt, das im dörflichen Obermarbach geplant ist. Dort möchte ein Investor zwei Mehrfamilienhäuser mit zehn Wohnungen und ein Doppelhaus errichten. Die geplanten Gebäude sind viel länger, breiter und höher, als dies ein rechtsgültiger Vorbescheid vorsieht. Statt einem Einfamilien-, einem Doppel- und einem Mehrfamilienhaus sind zwei Mehrfamilien- und ein Doppelhaus geplant.

Der Ausschuss war der Meinung, dass diese massive Bebauung der dörflichen Umgebung nicht angemessen ist. Ein Vorbescheid, so Fath, solle nicht als Trittbrett benutzt werden für eine noch weitere Ausweitung des Baurechts. Das missfiel allen Fraktionen. "Ein Gebäude wird auf das andere draufgeklatscht, das passt nicht nach Obermarbach", betonte Ernst Nold (FW). Einstimmig wurde dieses Vorhaben daher abgelehnt.