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Neuer Bericht des Planungsverbandes:Landkreis Dachau wächst am stärksten

Baustelle

In Dachau entstehen überall neue Wohnungen. Innerhalb von zehn Jahren sind 7000 Menschen zugezogen.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Laut Berechnungen von Statistikern soll die Bevölkerung bis zum Jahr 2037 nochmals um 13,2 Prozent wachsen

In Dachau, Karlsfeld, Odelzhausen oder Markt Indersdorf ist es längst kein Geheimnis mehr: Der Landkreis boomt. Neubaugebiete wachsen fast überall aus dem Boden und mit ihnen steigt auch die Einwohnerzahl der Kommunen rasant an. Zwischen 2007 und 2017 hat Dachau 6088 neue Mitbürger bekommen, Karlsfeld knapp 2900. Die Gemeinde Odelzhausen ist nun 20,8 Prozent größer, Haimhausen um 18,5 Prozent. Das rasche Bevölkerungswachstum ist längst keine gefühlte Größe mehr. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München bestätigt in seiner neuesten Statistik, dass der Landkreis Dachau in der Region München bei Neubürgern mit Abstand am beliebtesten ist. Insgesamt hat er ein Plus von 12,1 Prozent zu verzeichnen. Ebersberg steht mit 11,4 Prozent auf zweiter Position, Starnberg indes ist lediglich um 4, 7 Prozent gewachsen.

Beunruhigen dürfte allerdings, dass damit keineswegs Schluss ist. Nach Rechnungen des Statistischen Landesamts soll die Region München bis 2037 weitere 3,2 Millionen Einwohner anlocken. Davon werden lediglich 169 000 in München eine neue Heimat finden, der Rest wird sich im Umland niederlassen. Die meisten laut Prognose übrigens im Landkreis Dachau. Ein Plus von weiteren 13,2 Prozent erwarten die Experten.

Eine Spitzenposition belegt der Landkreis Dachau demzufolge auch bei den Wohnungsangeboten. Der Bestand hat sich zwischen 2007 und 2017 um knapp 10 000 vergrößert. Allein 2017 wurden 7,2 Wohnungen pro 1000 Einwohner fertig, im Landkreis Erding waren es sogar 7,6. Die meisten neuen Unterkünfte entstanden übrigens in Karlsfeld. Während die Münchner mit einer Wohnfläche von 38 Quadratmetern pro Einwohner auskommen - seit zehn Jahren unverändert - , ist der Platzanspruch im Landkreis Dachau von 40 Quadratmeter auf 43 pro Einwohner gestiegen. Im Vergleich zu Starnberg ist das allerdings noch gemäßigt: Im Millionärslandkreis braucht man durchschnittlich sogar 50 Quadratmeter. Doch die Statistik weist auch aus, dass man im ländlichen Raum deutlich größere Wohnungen hat. In Pfaffenhofen braucht jeder Einwohner durchschnittlich 771 Quadratmeter Siedlungs- und Verkehrsfläche, in Karlsfeld bescheidet man sich indes mit 200.

Mit den Einwohnern hat auch die Zahl der Beschäftigten in den zehn Jahren zugenommen: Plus 313 673 waren es in der gesamten Region München. Die meisten haben im Landkreis Erding einen Job gefunden - dort gibt es einen Zuwachs um 64 Prozent. Laut Planungsverband ist dieses extreme Wachstum allerdings einem statistischen Effekt geschuldet: Erst seit 2008 werden die Beschäftigten des Flughafens nicht mehr alle dem Landkreis Freising zugerechnet. Der Landkreis Dachau liegt mit 42,8 Prozent immer noch sehr weit vorn in der Statistik. Wenig überraschend entstanden die meisten Arbeitsplätze (207,1 Prozent) in Bergkirchen. Eine Folge des Gewerbegebiets Gada.

Was vielen Gemeinden große Sorgen macht, ist der Verkehr. Mit der rasant steigenden Zahl der Pendler ist dieser in den zehn Jahren enorm gewachsen. 2017 pendelten etwa 20 000 Beschäftige mehr, die meisten fuhren aus dem Landkreis hinaus zur Arbeit. Hauptrichtung war dabei München.

Keine Spitzenposition hat der Landkreis Dachau indes bei der Bildung. Zwar hat die Zahl der Abiturienten in allen Landkreis seit dem Schuljahr 2007/08 zugenommen. Im Landkreis München macht fast die Hälfte aller Schüler Abitur, im Landkreis Dachau sind es indes nur 26,4 Prozent.