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Mitten in Hilgertshausen:Zu Besuch beim Nikolaus

Neuer Defi

Kann Leben retten: der neue Defi neben der Rathaustreppe.

(Foto: Florian Göttler/oh)

Coronabedingt kann der Mann mit dem weißen Rauschebart dieses Jahr keine Kinder besuchen und sie mit Geschenken überraschen. Stattdessen können sie sich aber Dank zweier junger Dachauer auf die Suche nach ihm begeben

Von Jacqueline Lang

Der Nikolaus ist ein alter Mann, wie unschwer an seinem langen, weißen Rauschebart erkennbar sein dürfte. Es ist also nur verständlich, dass er im Corona-Jahr keine Hausbesuche machen kann. Immerhin gehört er ganz bestimmt zur Risikogruppe, auch wenn niemand genau sagen kann, wie alt der Nikolaus eigentlich ist. Aber er wäre ja nicht der Nikolaus, wenn er sich nicht etwas anderes überlegen würde, um die kleinen Menschen, die sich schon das ganze Jahr auf ihn freuen, auf anderem Wege eine kleine Freude zu machen - auch sie hatten es schließlich nicht besonders leicht in diesem vermaledeiten Jahr 2020. Statt jedes Kind einzeln zuhause aufzusuchen, lässt er sich selbst dieses Jahr besuchen. Und wer jetzt denkt, der Nikolaus, der wohnt doch irgendwo am Nordpol, der hat falsch gedacht. Zumindest eine Zweitresidenz befindet sich wohl im Landkreis Dachau, genauer: in einem Wald nahe Michelskirchen bei Hilgertshausen-Tandern. Sachen gibt's.

Die Nikolausbesuche haben netterweise Finn Walter und ein Freund von der Produktionsfirma Dream Capture arrangiert. Der 17-jährige Dachauer lässt damit nicht nur auf der Leinwand als Filmemacher Träume wahr werden, sondern offenbar auch Kinderträume im echten Leben. Die seit zwei Jahren organisierten Nikolausbesuche, finden in diesem Jahr coronabedingt als Nikolaussuche mit kleiner Wanderung statt, für die sich Eltern mit ihren Kindern am 5. und 6. Dezember anmelden können - ältere Kinder können sich gar auf eine kleine Nachtwanderung mit Taschenlampe freuen. Vorab werden die Geschenke für die Kinder, sowie ein Brief vom Nikolaus bei den Familien zuhause abgeholt, damit sie der Nikolaus höchstpersönlich überreichen kann - und das alles unter strengsten Hygienevorschriften: im Freien, immer nur ein Haushalt und selbstverständlich tragen sowohl der Krampus als auch der Nikolaus eine Maske.

Es ist alles ist ein bisschen anders dieses Jahr, der Nikolaustag ist da keine Ausnahme. Aber anders bedeutet nicht zwangsläufig schlecht, und so dürfte die Suche nach dem Nikolaus eine ganz besondere Erfahrung werden. Jetzt muss man nur noch Daumen drücken, dass das Wetter mitspielt und sich der Nikolaus nicht kurzfristig mit dem Virus ansteckt.

Anmelden können sich Eltern mit ihren Kindern bei Finn Walter per Mail unter nikolaus@dreamcapture.de oder telefonisch unter der Nummer 0157/740 753 39.

© SZ vom 26.11.2020
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