Markt Indersdorf In die Klosterbrauerei kehrt neues Leben ein

Bis es Ende nächsten Jahres so weit ist, muss jeder Arbeitsschritt mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt werden.

Von Robert Stocker, Markt Indersdorf

Noch ist die ehemalige Klosterbrauerei eine Großbaustelle, doch Ende nächsten Jahres könnte dort wieder neues Leben einziehen. Die Sanierung des historischen Gebäudes kommt langsam, aber stetig voran. Für die Gemeinde hat das Projekt eine große Bedeutung: Es geht darum, diesen Teil des denkmalgeschützten Ensembles wieder nutzen zu können. Seit Jahren liegen die Klostergaststätte und der idyllische Biergarten brach. Ein Umstand, den viele Bürger beklagen. Die Sanierungsarbeiten sind aber aufwendig und sensibel. Wenn nichts mehr Unvorhergesehenes dazwischen kommt, könnte der Betrieb Ende nächsten Jahres starten. Josef Schuster vom Bauherrn K + K Wohnbau gibt eine vorsichtige Prognose ab: "Für nächstes Jahr ist die Eröffnung angedacht."

An der Rückseite der ehemaligen Brauerei hat das Unternehmen 49 Wohnungen mit privaten und öffentlichen Stellplätzen errichtet; 34 davon sind verkauft und teilweise schon bezogen. Im Frühjahr sollen die Grünanlagen fertig werden. Jetzt konzentriert sich der Bauherr auf die Sanierung der Brauerei. "Wir haben immer gesagt, dass die Sanierung erst durch den Verkauf der Wohnungen möglich wird", betont der Juniorchef des Bauträgers. Jetzt sind die Sanierungsarbeiten in vollem Gang. Alle Fenster des Gebäudes wurden nach dem historischen Vorbild ausgetauscht. In der Gaststätte wurde ein neues Treppenhaus eingezogen und die Decke zum Teil erneuert. Dabei mussten nicht nur Auflagen des Denkmalschutzes, sondern auch der Brandschutz berücksichtigt werden. Die Arbeiten für die Sanitär- und Elektrikanlagen sind schon vergeben worden. Von der Gaststätte führt jetzt ein Durchgang in Form eines gläsernen Durchgangs ins benachbarte Sudhaus, wo weiterhin Veranstaltungen stattfinden sollen. Der künftige Gaststättenpächter wird auch das Sudhaus betreiben.

Der Rohbau der Loggia für die Getränke- und Essensausgabe im Indersdorfer Klosterbiergarten ist schon fertiggestellt.

(Foto: Toni Heigl)

Daneben ist eine Eisdiele mit Tischen und Stühlen im Freien geplant. Um diese Freifläche gibt es noch Diskussionen, weil ihr einige Parkplätze zum Opfer fielen. Die Stellplätze werden auch von Kunden der Klosterbäckerei Pest genutzt. Schuster: "Parkplätze sind in Indersdorf ein großes Problem, das sieht man ja auch am Marktplatz." Durch die Bebauung des Holdenried-Anwesens fiel eine große öffentliche Stellfläche weg. Als Ausgleich wurde in dem Wohngebiet eine Tiefgarage mit einigen öffentlichen Parkplätzen gebaut, die bisher kaum angenommen werden. Die Folge: Der Marktplatz ist von Autos ständig belegt, Kunden der Geschäfte finden kaum einen Stellplatz. Immer mehr Geschäfte wandern deshalb ins Gewerbegebiet ab. "Schade, dass das Ortszentrum verwaist", so Schuster.

Der historische Putz muss bleiben

Das Gerüst an der Fassade der Brauerei ist inzwischen abgebaut. Die Hauswand wurde neu verputzt, allerdings nicht an der gesamten Front. Denn auch hier sprach das Landesamt für Denkmalpflege ein Wörtchen mit. Der Putz durfte nur da erneuert werden, wo er nicht historisch war. Die Arbeiten wurden mit der Behörde penibel abgestimmt. Nur der Sockel der Fassade erhielt durchgängig eine neue Schicht. "Eine sehr aufwendige Geschichte", sagt Schuster, "aber das wussten wir, wir haben uns darauf eingestellt". In Japan, wo sich Schuster Anfang des Jahres aufhielt, werde es mit dem Denkmalschutz nicht so genau genommen. "In Tokio reißen sie alles weg und bauen es anschließend wieder neu auf. Die neuen Gebäude müssen nur so ausschauen wie früher", so Schusters Eindrücke von seiner Reise. "Die haben nicht das Gefühl für den Erhalt historischer Bauten."

Die Fassade der ehemaligen Brauerei wurde neu verputzt. Auch hier redeten die Denkmalschützer mit.

(Foto: Toni Heigl)

Im Biergarten neben der Klostergaststätte sind die Arbeiten noch nicht weit gediehen. Im Rohbau steht aber schon eine Loggia, die sich an die Gaststätte anschließt. Hier wird die Getränke- und Essensausgabe für den Biergarten eingerichtet. Von der Gaststätte aus kann man die Terrasse betreten. Die Loggia ist so konzipiert, dass sie auch im Winter für Veranstaltungen genutzt werden kann. Der Verbindungsweg durch den Biergarten ist fast fertiggestellt. Laut Schuster liegen schon Anfragen von Interessenten vor, die die Wirtschaft pachten wollen. Doch für eine Vergabe sei es noch zu früh. Auch für die Eisdiele gibt es Interessenten. Schuster ist überzeugt davon, dass die Klostergaststätte und der Biergarten ein großes Potenzial haben. "Aber der Pächter muss jemand sein, der die Wirtschaft wirklich im Kreuz hat." Auch der Heimatverein, der das Augustiner Chorherren Museum gegenüber betreibt, hat an der Wiedereröffnung der Gaststätte und des Biergartens großes Interesse. "Das wäre für unsere Besucher eine große Bereicherung", sagt Vereinsvorsitzender Anton Wagatha. Immer wieder werde er gefragt, wann die Sanierung beendet sei, sagt Josef Schuster. Seine Antwort: "Ich kann nur eine Prognose abgeben. Die Fertigstellung ist für das nächste Jahr geplant."