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Markt Indersdorf:Gemeinsam gegen die Blechlawine

Nur wenn sich Markt Indersdorf am Bau der Ortsumfahrung beteiligt, will die Regierung von Oberbayern Planungsleistungen übernehmen.

Tausende von Autos rollen täglich auf der Dachauer Straße durch Markt Indersdorf. Die Belastung durch den überörtlichen Verkehr ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Eine Umfahrung soll die Blechlawinen um den Ortskern leiten. Schon seit Jahren wird über das Straßenbauprojekt diskutiert, jetzt werden die Vorbereitungen etwas konkreter: Der Landkreis fordert die Gemeinde auf, bei der gemeinsamen Planung für zwei Teilstücke der Umfahrung mitzuziehen. Für einen Bauabschnitt ist der Landkreis zuständig, für den anderen die Kommune. Das gemeinsame Verfahren ist aus Sicht der Regierung nötig, damit ein Ringschluss um den Ort entstehen kann und die Umfahrung eine spürbare Entlastung bringt. Der Indersdorfer Gemeinderat entscheidet am heutigen Mittwoch über den Antrag.

Die Ortsumfahrung von Markt Indersdorf ist nach derzeitigem Stand in drei Abschnitte aufgeteilt. Ein Teilstück führt von der Staatsstraße 2050 östlich des Gewerbegebietes zum Kreisverkehr am Krankenhaus; den Bau dieser Trasse übernimmt der Landkreis. Das zweite Teilstück ist von der Kreuzung Staatsstraße 2050/Gewerbestraße zur Staatsstraße 2054 nach Arnbach geplant; Baulastträger dieses Abschnitts ist die Gemeinde. Der dritte Abschnitt führt vom Kreisverkehr am Krankenhaus weiter zur Staatsstraße 2050 nach Langenpettenbach. Den Bau dieses Teilstücks wird nach Auskunft des Landratsamts der Freistaat Bayern übernehmen. Dass sich die Gemeinde an dem gemeinsamen Planungsverfahren beteiligt, steht für Bürgermeister Franz Obesser (CSU) außer Frage. "Es war von Anfang an klar, dass die Gemeinde das macht. Wir wollen damit das Signal geben, dass die Umfahrung über die Landkreis-Trasse hinaus weitergebaut wird." Die Gemeinde wolle auch verhindern, dass bestimmte Straßen im Ort unter einer noch höheren Verkehrsbelastung leiden. Die Umfahrung sei dringend nötig, um Indersdorf vom überregionalen Verkehr aus den Landkreisen Aichach, Neuburg an der Donau oder Pfaffenhofen an der Ilm zu entlasten. Die Fertigstellung werde aber noch Jahre dauern. Obesser: "Das ist vor allem eine Frage der Finanzierung."

Die Regierung steigt nur dann in die Planungen ein, wenn sich die Gemeinde am Verfahren beteiligt. "Die Regierung übernimmt nur dann eine Planungsleistung, wenn sie sieht, dass es eine vernünftige Umfahrung und damit eine spürbar Entlastung gibt", erklärt Kreisbaumeister Georg Meier. "Wir brauchen deshalb von der Gemeinde das Signal, dass sie mitzieht." Meier zufolge mache es keinen Sinn, nur den Ortsteil Kloster Indersdorf zu entlasten. Dieses Teilstück ist die Voraussetzung dafür, dass das Klosterareal umgestaltet und verkehrsberuhigt werden kann. Die schweren Lastwagen, die über die Maroldstraße donnern, setzen den alten Mauern durch die starken Erschütterungen zu. Auf der Trasse ist eine Brücke vorgesehen, die die Bahnlinie nach Altomünster und den Bach Roth überquert. "Ein Tunnel kommt nicht in die Tüte, das kann kein Mensch bezahlen", sagt Meier.

Wenn sich an der Querschnittsbreite nichts mehr ändert, wäre die Planung der Trasse beendet. Dann verhandelt der Landkreis mit den Grundbesitzern. "Das wird noch ein Schmankerl", ist der Kreisbaumeister überzeugt. In den Verhandlungen geht es auch darum, den Zugang zu den Feldern der Eigentümer zu regeln. Eine "Gretchenfrage" sei auch die Befürchtung gewesen, dass die Trasse mit dem Brückenbauwerk das markante Ortsbild mit der Klosterkirche beeinträchtigt. Visualisierungen der Trasse haben aber laut Meier bewiesen, dass das Ortsbild darunter nicht leidet. "Dafür liegt die Trasse zu weit rechts", sagt er. "Wir müssen die Vorbehalte aber noch ausräumen."