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Markt Indersdorf:Alles ist für die Flüchtlinge vorbereitet

Notunterkunft Tennishalle: Landrat Stefan Löwl im Gespräch mit Asylbewerbern, die im November 2014 für einige Wochen nach Indersdorf kamen.

(Foto: Niels Jørgnsen)

Am Mittwoch treffen neue Asylsuchende ein - Betten, Sanitäranlagen und Küche stehen schon in der Tennishalle im Indersdorfer Gewerbegebiet.

Die Tennishalle im Indersdorfer Gewerbegebiet wird erneut als Notunterkunft für Flüchtlinge dienen. Die Zahl der ankommenden Asylbewerber in der Münchner Bayernkaserne ist im Februar dramatisch angestiegen. Um die Erstaufnahmeeinrichtung zu entlasten, werden die Asylsuchenden auch in einigen oberbayerischen Landkreisen in Notunterkünften untergebracht. Der Landkreis Dachau hat sich bereit erklärt, dafür erneut die Tennishalle zur Verfügung zu stellen. Hilfskräfte des Bayerischen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerks haben inzwischen 144 Betten in der Halle aufgestellt. Die Regierung von Oberbayern teilte dem Landratsamt am Sonntag mit, dass die Flüchtlinge voraussichtlich am Mittwoch eintreffen werden.

Am Freitag setzte die bayerische Sozialministerin Emilia Müller den Winternotfallplan zur Unterbringung von Asylbewerbern in Kraft. Die Regierung von Oberbayern forderte die Landkreisbehörden auf, Notunterkünfte zur Verfügung zu stellen. Noch am Freitag begannen die Aufbauarbeiten in der Tennishalle. Statt Feldbetten stellten die Helfer 144 Notbetten mit Matratzen auf. "Die sind bequemer für schwangere Frauen oder Menschen mit Rückenbeschwerden", erklärt Alexander Krug, stellvertretender Leiter des Landratsamts. Am Montag wurden Sanitärcontainer und eine Cateringeinrichtung aufgebaut. Damit ist die Infrastruktur in der Tennishalle komplett. Ende der vergangenen Woche war noch unklar, wann die Asylbewerber eintreffen werden. Der Landkreis bat die Regierung, die Zuteilung der Flüchtlinge - wenn möglich - so zu organisieren, dass sie nicht auf den Faschingssonntag oder Faschingsdienstag fällt. Denn viele Hilfskräfte von BRK und THW werden bei den Umzügen eingesetzt. Am Sonntag teilte die Regierung dem Landratsamt mit, dass sich die Lage in der Bayernkaserne am Wochenende etwas entspannt habe. Deshalb müssten die Flüchtlinge nicht am Montag in der Tennishalle untergebracht werden. "Es ist relativ sicher, dass die Asylbewerber erst am Mittwoch nach Indersdorf kommen", sagt Krug. Wenn die Tennishalle belegt ist, sollen Nachbarn und Einzelhändler eine Kontaktnummer erhalten, unter der ein Mitarbeiter des Landratsamts zu erreichen ist.

Im Laufe der vergangenen Woche begann auch die Belegung der Wohncontainer für Flüchtlinge im Indersdorfer Gewerbegebiet. 17 Asylbewerber aus dem Kosovo, Syrien, Nigeria, Somalia, Äthiopien und Irak haben die ersten Räume bezogen. Der Indersdorfer Helferkreis richtete in den vergangenen Wochen die Aufenthaltsräume ein, stellte eine Tischtennisplatte, ein TV-Gerät und Sitzmöbel auf. Unter den Flüchtlingen aus dem Kosovo befindet sich eine Familie mit zwei Kindern und ein junges Paar. "Die jungen Leute haben betont, dass sie nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus religiösen Gründen geflüchtet sind", erklärt Georg Weigl vom Helferkreis. Das Paar gehört unterschiedlichen Religionen an.

Als die Wohncontainer in Schwabhausen fertiggestellt waren, wurden viele Asylbewerber aus der Tennishalle nach Schwabhausen umgesiedelt. 16 Flüchtlinge wollen unbedingt nach Indersdorf zurück, weil sie sich in dem Ort schon gut eingelebt hatten. "Fast alle haben auch einen Job bei Indersdorfer Privatunternehmen", sagt Weigl. Das Landratsamt habe auch zugesagt, dass sie in die Marktgemeinde zurückkehren können. Doch die Notaufnahme in der Tennishalle bindet derzeit die Kräfte am Landratsamt. Für einen Asylbewerber sucht der Helferkreis einen Arbeitsplatz. "Er will unbedingt einen Vollzeitjob und ist in der Arbeit sehr zuverlässig", lobt Weigl den Schützling des Helferkreises. Die Flüchtlinge in den Wohncontainern erhalten mittlerweile schon Deutschunterricht. Er wird teilweise ehrenamtlich, aber auch von der Volkshochschule organisiert. Die Gemeinde hat inzwischen signalisiert, dass sie sich an den Kosten für die Kurse beteiligen wird. Die Gemeinde finanzierte auch die Herstellung des Weges zu den Containern.