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Karlsfeld:Serie dilettantischer Einbruchsversuche gibt Rätsel auf

"Die Vorgehensweise ist ein absolutes Novum", sagt die Polizei. Sechzehn Mal scheiterte der unbekannte Täter.

Was ein Krimineller in der Nacht von Sonntag auf Montag in Karlsfeld veranstaltet hat, gibt selbst der im Umgang mit Kuriositäten erprobten Dachauer Polizei Rätsel auf. Ein bislang noch unbekannter Täter, so berichtet Einsatzgruppenleiter Michael Richter, machte sich in der Schwarzhölzlsiedlung an den Eingangstüren von nicht weniger als 16 Häusern zu schaffen. Vermutlich mit Hilfe eines Schraubenziehers versuchte der Unbekannte vergeblich, die Haustüren aufzuhebeln. Sobald er dabei kläglich scheiterte, zog der Täter zum nächsten Anwesen und versuchte dort sein Glück. Am Montag erhielt die Polizei von sämtlichen Hauseigentümern besorgte Anrufe, nachdem sie die Einbruchsspuren entdeckt hatten. Vom Täter fehlt bislang jede Spur.

"Eine solche Serie von Einbruchsversuchen hatten wir bislang noch nie. Wir haben es mit einem ganz neuen Phänomen zu tun", sagt Richter. "Die Vorgehensweise ist ein absolutes Novum." In ihrem Alltag haben es die Dachauer Polizisten meist mit weitaus professionelleren Einbrechern zu tun. Nicht selten suchen sich die Kriminellen für ihre Brüche gezielt abgelegene Grundstücke in Autobahnnähe aus. Mit professionellem Werkzeug hebeln sie anschließend Fenster oder Terrassentüren auf, die möglichst sichtgeschützt an Feldern oder Wiesen liegen. Ist der Beutezug dann beendet, rasen sie mit einem Pkw über die Ausfallstraßen davon. Der Polizei bleibt bei diesem Vorgehen meist nur das Nachsehen.

Unprofessioneller Täter

Verantwortlich für die Einbruchsversuche im Schwarzhölzl war nach Einschätzung von Einsatzgruppenleiter Richter ein unprofessioneller Täter. Die Einbruchsversuche seien "sehr einfach gelagert, ohne großen Krafteinsatz" vonstatten gegangen. Anstatt sein Glück über anfälligere Zugangsmöglichkeiten wie Fenster zu versuchen, wollte der Täter auf primitive Weise über die massiven Eingangstüren Zutritt zu den Häusern bekommen. Die Hausbewohner, das lobt Richter, hatten allerdings allesamt ihre Türen verschlossen. "Die Leute sind inzwischen offensichtlich gut sensibilisiert."

Für Richter macht das Scheitern des Einbrechers deutlich, dass die Präventionskampagnen der Dachauer Polizei Wirkung zeigten. Seit vergangener Woche besuchen Auszubildende der Bereitschaftspolizei Dachau zum wiederholten Male Bürger aus dem Landkreis, um sie aufzuklären, wie man sich vor Einbrüchen schützen kann. Vermutlich auch dank dieser Aktionen ist die Zahl der Einbrüche im Landkreis Dachau im Jahr 2015 entgegen dem bundesweiten Trend um fast 20 Prozent zurückgegangen. Auch bei dem noch flüchtigen Einbrecher vom Schwarzhölzl hofft die Polizei Dachau nun auf Hinweise wachsamer Anwohner unter der Telefonnummer 08131/561-0.