Sturmschäden:Pappeln müssen gefällt werden

Eine Baumreihe am Waldschwaigweg in Karlsfeld sorgt nach Ansicht des Landratsamtes für Gefahr.

Sturm und Schnee haben im vergangenen Jahr große Schäden an vielen Bäumen im Landkreis verursacht. Hinzu kämen Krankheiten wie das Eschentriebsterben und immer länger währende Trockenperioden in den Sommermonaten, die sich negativ auf den Wasserhaushalt und die Vitalität der Bäume auswirken würden, so das Landratsamt Dachau.

Jetzt müssen weitere Bäume in Karlsfeld gefällt werden. Nach Angaben der Kreisbehörde handelt es sich um eine Pappelreihe entlang des Waldschwaigwegs in Karlsfeld-West. Die Bäume befänden sich mittlerweile in der "Endphase", heißt es in einer Pressemitteilung. Durch Stürme seien die Pappeln beschädigt worden, sie stellten eine erhöhte Gefahr für Verkehr und Fußgänger dar. "Erschwerend kommt hier die Lage der Pappelreihe an Enten- und Reschenbach hinzu, an dem der Biber aktiv ist und vielerorts die Uferböschungen und dort wachsende Bäume untergraben hat."

Sperrungen am Waldschwaigweg

Ursprünglich wurden die Bäume zum Schutz vor Winderosion gepflanzt und prägen heute aufgrund ihrer beträchtlichen Größe das Landschaftsbild im Dachauer Moos. In den ausladenden Baumkronen haben sich über die Jahre Mistelbestände angesiedelt. Spechthöhlen, Risse und Spalten im Holz bieten Vögel, Fledermäusen und Kleinsäugern Nist-, Fortpflanzungs- und Lebensstätten. Derartige Strukturen sind somit wertvolle Habitate. Bei der Baumauswahl wurde damals überwiegend auf Hybrid-Pappeln gesetzt, ein schnell wachsender Weichholzbaum, dessen Lebensdauer jedoch begrenzt ist.

Zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit müsse in der kommenden Woche, also vor Beginn der Vogelbrutzeit, ein Großteil dieses prägenden Baumbestands "gefällt beziehungsweise stark zurückgeschnitten" werden, so das Landratsamt. Im Vorfeld wurden die betroffenen Bäume auf Höhlungen, die beispielsweise von Fledermäusen als Quartier genutzt werden können, untersucht. Damit werden artenschutzrechtliche Verbotstatbestände vermieden. Um die landschaftsbildprägende Struktur langfristig zu erhalten, wird der Eigentümer laut Landratsamt die entstehenden Lücken zeitnah mit standortgerechten heimische Baumarten nachpflanzen.

Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende Februar abgeschlossen. Im Bereich Waldschwaigwegs kommt es während der Verkehrssicherungsmaßnahmen zu Sperrungen.

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