Karlsfeld:Hallenbad schließt aufgrund von Statikproblemen

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Karlsfeld: Das Karlsfelder Hallenbad bleibt wegen Statikproblemen auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Das Karlsfelder Hallenbad bleibt wegen Statikproblemen auf unbestimmte Zeit geschlossen.

(Foto: N.P.JØRGENSEN)

Das Karlsfelder Hallenbad ist schon seit Jahren ein Sorgenkind. Nun schließt es wegen Problemen am Dach auf unbestimmte Zeit. Indes suchen Schulamt und TSV Eintracht Karlsfeld nach Alternativen für den Schwimmunterricht.

Von Anna Schwarz, Karlsfeld

Das Karlsfelder Hallenbad bleibt bis auf Weiteres geschlossen, das erklärte die Gemeinde am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Grund dafür sind statische Probleme am Dach des Bades. Konkret gehe es auch um die Standfestigkeit des Daches, sagte Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU): "Ich kann es nicht verantworten, das Bad weiter offen zu lassen." Entdeckt wurden die Statikprobleme in der vergangenen Woche bei den Vorbereitungen für die Generalsanierung des Bades.

Nun "werden weitere Prüfungen vorgenommen und ein entsprechendes Sanierungskonzept ausgearbeitet", teilt die Gemeinde mit. Wie lange das Bad geschlossen bleibt, dazu möchte sich Kolbe nicht äußern: "Eine Zeitschiene kennen wir noch nicht." Deswegen müssen die Schwimmkurse in den Herbstferien "leider abgesagt werden, genauso wie die festen Vereinstermine". Kolbe versichert jedoch: "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung."

Das 1971 eingeweihte Karlsfelder Hallenbad ist schon seit längerem ein Sorgenkind: In den vergangenen Jahren tropfte etwa Regen durch das undichte Dach. Probleme gab es auch mit der Innendecke, die sich wegen Starkregenfällen im Frühsommer 2021 mit Feuchtigkeit vollgesogen hatte. Deshalb wurde die Decke vor rund einem Jahr abgenommen und der Feuchtigkeitsschaden repariert, 100 000 Euro gab die Gemeinde dafür aus. Nach dieser Sanierungsmaßnahme ging man davon aus, dass das Bad weitere zwei bis drei Jahre genutzt werden könnte.

"Der Karlsfelder See ist in diesen Tagen keine Alternative mehr"

Erst im vergangenen Mai wurde eine Generalsanierung der Schwimmhalle auf Eis gelegt, die Kosten dafür wurden auf 13,5 Millionen Euro geschätzt. Weil die Haushaltslage der Gemeinde seit Jahren prekär ist, entschieden die Gemeinderäte, die Sanierung auf 2024 zu verschieben. War das ein Fehler? Kolbe: "Aus finanziellen Gründen können wir die Sanierung nicht früher machen."

Auch die Kinder der Grund- und Mittelschulen in Karlsfeld sind von der Schließung betroffen, denn normalerweise haben sie im Hallenbad Schwimmunterricht: "Derzeit werden - auch über das staatliche Schulamt - Alternativen diskutiert und wird zum Beispiel die Auslastung des Hallenbades Dachau geprüft", erklärt Landratsamtssprecherin Sina Török.

Auch für den Vorsitzenden des TSV Eintracht Karlsfeld, Rüdiger Meyer, ist die Schließung des Bades "extrem schade". Denn in den Schwimmkursen des Vereins haben rund 500 Kinder jedes Jahr das Schwimmen gelernt. Aktuell frage man bei anderen Hallenbädern nach, ob man diese nutzen dürfe, etwa in Dachau, Indersdorf oder Oberschleißheim. Aber Meyer hat da "wenig Hoffnung", schließlich seien auch in den anderen Kommunen pandemiebedingt viele Schwimmkurse ausgefallen, die nun nachgeholt werden. Zudem fallen die Trainingsmöglichkeiten für Sportler der Schwimm- und Triathlonabteilung des TSV weg: "Und der Karlsfelder See ist in diesen Tagen keine Alternative mehr."

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