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Flüchtlingspolitik:"Wir können nicht länger wegsehen"

Grüner Ortsverein

Karin Beittel (im Bild) wurde zusammen mit Alexander Heisler an die Spitze des Grünen-Kreisverbands gewählt.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Grüne: Landkreis soll Geflüchtete aus Moria aufnehmen

Die Grünen fordern den Landkreis Dachau zur Aufnahme von Geflüchteten aus Moria auf. "Wir können nicht länger wegsehen", erklärten die neu gewählten Sprecher des Kreisverbandes, Karin Beittel aus Günding und Alexander Heisler aus Petershausen. Der Landkreis solle ein klares Bekenntnis zur Humanität umsetzen und sich bei übergeordneten Behörden, bis hin zum Bundesinnenminister, entsprechend für die Aufnahme von Geflüchteten in Griechenland. Die Fraktionen der Grünen in Landkreis, Stadt und Gemeinden würden sich dafür einsetzen. "Dabei wissen wir uns in der Bereitschaft zur Aufnahme von Menschen in Not auch von Entwicklungsminister Gerd Müller unterstützt."

Erstmals seit Ausbruch der Corona- Pandemie tagte der Grünen-Kreisverband im Adolf-Hölzl-Haus in Dachau, um eine neue Doppelspitze zu wählen. Die Geografin Karin Beittel möchte sich besonders für den Klimaschutz und eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs im Landkreis einsetzen. Alexander Heisler, Masterstudent für Nachwachsende Rohstoffe, will eine Gruppe Grüne Jugend gründen sowie den Fairen Handel im Landkreis vorantreiben. Ihre Vorgänger Jutta Krispenz und Richard Seidl waren nicht mehr zur Wahl angetreten. Das beherrschende Thema des Abends war die schreckliche Lage im Flüchtlingslager Moria. 13 000 Menschen müssen dort auf der Straße weitgehend ohne Obdach, Wasserversorgung oder medizinische Hilfe leben. Schon weit vor den aktuellen Bränden und Covid 19-Ausbrüchen war die Lage dort unmenschlich und einem solidarischen Europa unwürdig, wie die übeinstimmende Meinung lautete. "Den geflüchteten Kindern, Frauen, Männern und Familien muss jetzt geholfen werden, alles andere ist für uns Grüne weder mit Menschenrecht noch mit christlichen Werten vereinbar." Die Grünen seien überzeugt, dass die Landkreisbewohner menschlich handeln und in dieser Not helfen wollten.

© SZ vom 24.09.2020 / sz

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