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Dachau:Stellplätze ohne Infrastruktur

Ob Wohnmobile am Hallenbad parken dürfen, wird diskutiert

Von Julia Putzger, Dachau

Die Suche nach einer geeigneten Fläche für die Errichtung eines Wohnmobilstellplatzes im Stadtgebiet war erneut nicht erfolgreich. Auch der zuletzt von den Stadträten anvisierte Parkplatz am alten Hallenbad kann für einen solchen Stellplatz nicht genutzt werden, ohne Folgekosten zu verursachen. Grund dafür ist, wie Stadtwerksleiter Robert Haimerl auf SZ-Nachfrage bereits vermutet hatte, dass die dortigen Stellplätze für die Hallen- und Freibadnutzung gemäß Baugenehmigung für das neue Hallenbad ausgewiesen sind. Würden sie nun zu Wohnmobilstellplätzen umgebaut, müssten stattdessen an anderer Stelle die weggefallenen Hallenbadparkplätze nachgewiesen werden, was wiederum kostenintensive Umplanungen mit sich brächte.

In der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses, als das Thema auf der Tagesordnung stand, kam in Anbetracht dieser Situation erneut der Vorschlag auf, den Stellplatz auf der Thoma-Wiese einzurichten. Tourismusreferentin Sabine Geißler (Bündnis) plädierte: "Trotz einiger Nachteile - wir müssen unseren Gästen etwas bieten." Doch nicht nur Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) stellte dazu erneut klar: "Die Thoma-Wiese kommt für mich nicht in Frage." Zu hoch seien die Kosten für eine solche temporäre Lösung, außerdem könne der Stellplatz nicht das ganze Jahr über genutzt werden, beispielsweise nicht während des Volksfests.

Fast sah es so aus, als wäre das Thema Wohnmobilstellplatz in der Stadt vom Tisch, bis Kai Kühnel (Bündnis) einwarf: Der alte Stellplatz in der Ostenstraße beim MD-Gelände sei auch lediglich ein Parkplatz mit einem Hinweisschild gewesen und trotz fehlender Infrastruktur wie Stromanschluss oder Entsorgungsstation immer gut belegt gewesen. Kühnel regte deshalb an, wieder einen solchen Parkplatz an anderer Stelle zu schaffen, der lediglich beschildert sei, aber sonst keinerlei Infrastruktur biete. Diese neue Überlegung stieß auf offene Ohren unter den übrigen Stadträten und brachte das Gremium schließlich auf die Idee, erneut über die Parkplätze beim Hallenbad nachzudenken. "Wir wären ganz sicher nicht die ersten in Bayern, bei denen Wohnmobile über Nacht vor dem Hallenbad parken dürfen", stellte Geißler fest.

Bevor darüber jedoch eine endgültige Entscheidung getroffen werden kann, will die Verwaltung noch mit den Stadtwerken Rücksprache halten.

© SZ vom 14.06.2021
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