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Dachau:Minihäuser abgelehnt

Stadträte argumentieren, dass sie zu viel Fläche verbrauchen

Es wird immer schwieriger, im Landkreis Wohneigentum zu schaffen. Insbesondere junge Familien haben größte Probleme, die aberwitzig hohen Kaufpreise für Häuser oder Wohnungen zu bezahlen. Als vergleichsweise günstige Alternative werden immer wieder Tiny Houses, also Minihäuser, ins Spiel gebracht. Befürworter versprechen sich davon eine Linderung der Wohnungsnot. Doch die Stadt Dachau hält wenig von den Eigenheimchen. Ohne Gegenstimme haben die Stadträte im Bauausschuss die Errichtung der Minihäuser im Stadtgebiet abgelehnt. Der Grund: Tiny Häuser mögen zwar klein sein, verbrauchen aber dennoch viel Fläche. Und die ist in Dachau ein knappes Gut.

Wer ein Tiny Haus baut, muss sich genauso wie bei einem üblichen Haus an die Bauordnung halten. Das heißt, dass auch entsprechende Abstände zu anderen Gebäuden einzuhalten sind. "Daher können im Hinblick auf den Flächenverbrauch in der Regel mehr Wohnungen auf einer bestimmten Fläche durch Mehrfamilienhäuser errichtet werden als durch Tiny Häuser", so das Bauamt in einer Stellungnahme. Im städtischen Umfeld mit verdichteten Baustrukturen würden die Minihäuser "keine sinnvolle zum Geschosswohnungsbau" darstellen. Die Fraktion der Freien Wähler Dachau/Bürger für Dachau hatte die Stadtverwaltung per Antrag aufgefordert, die Möglichkeit zur Ausweisung von Flächen für Tiny Häuser zu prüfen und dabei auch die Stadtbau GmbH einzubeziehen. Dem Antrag erteilten die Stadträte eine Absage. Die Stadtbau teilte mit, ein Tiny Haus widerspreche dem Auftrag, sozialen Wohnungsbau" zu errichten.

© SZ vom 18.05.2021 / thra
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