Dachau Kunst gegen Komasaufen

Die DAK-Gesundheit ruft Schüler auf, Plakate zu entwerfen

Von Christiane Bracht

Unter dem Motto "bunt statt blau" startet die Krankenkasse DAK-Gesundheit heuer zum zehnten Mal eine Kampagne gegen Komasaufen in Dachau. Schüler im Alter von zwölf bis 17 Jahren sind aufgerufen, Plakate gegen den Alkoholmissbrauch zu entwerfen. Bis zum 31. März können sie eingereicht werden. Nähere Informationen sind im Internet unter www.dak.de/buntstattblau zu finden. Bei dem Plakatwettbewerb gibt es im Jubiläumsjahr gibt es wertvollere Geld- und Sachpreise zu gewinnen als bisher, verspricht die DAK. Zudem winkt Schülern heuer ein Sonderpreis, wenn sie über die sozialen Netzwerke an der Aktion teilnehmen. Wer etwa ein Bild von seinem Plakat oder ein Video auf Instagram hochlädt, kann eine Polaroidkamera inklusive Zubehör gewinnen.

"Viele Jugendliche überschätzen sich und glauben, exzessives Trinken gehöre zum Feiern dazu. Die Aufklärung über die Gefahren eines riskanten Alkoholkonsums gelingt mit dem Wettbewerb sehr gut", sagt Cassandra Surger von der DAK-Gesundheit in Fürstenfeldbruck, die zu "bunt gegen blau" aufgerufen hat. "Mit ihren bunten Plakaten bekennen die jungen Künstler Farbe. So kommen Schüler und Lehrer mit dem schwierigen Thema Alkoholmissbrauch neu ins Gespräch." Die Initiatoren knüpfen die Hoffnung, dass das Problem, vor allem aber seine Folgen auf diese Weise in der Schule thematisiert wird. Alle Schulen in der Region Dachau sind jedenfalls dazu eingeladen an der Kampagne teilzunehmen. Unterstützt wird sie übrigens von der Bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml. Verbunden mit der "Kunst gegen Komasaufen" ist auch die Aktion ""Glasklar", die seit 14 Jahren Schüler, Lehrer und Eltern über Alkohol aufklärt.

Hintergrund der Aktion sind frappierende Zahlen: 2017 kamen bundesweit 21 721 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. 2,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die sinkende Tendenz gibt Hoffnung, doch Experten fordern weiterhin verstärkte Aufklärung über die Risiken des Rauschtrinkens.

Übrigens auch in Dachau ist das Problem kaum zu übersehen: Beim Komasaufen gab es in der Region 2017 immerhin 34 Betroffene. Entsprechend dem Bundestrend, ist auch hier die Zahl sinkend. Der Rückgang wird auf 27,7 Prozent beziffert. "Eine regionale Alkoholprävention ohne erhobenen Zeigefinger bleibt für uns unverzichtbar", stellt Surger klar. "Bei 'bunt gegen blau' werden junge Künstler selbst zu glaubwürdigen Botschaftern. Das macht diese Präventionskampagne so besonders."

Seit 2010 haben bundesweit mehr als 95 000 junge Künstler bunte Plakate gegen das Komasaufen gestaltet, darunter auch viele aus der Region Dachau. Die Kampagne läuft auch heuer wieder bundesweit. Eine Jury wird im Juni zusammen mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung und dem DAK-Vorstand Andreas Storm den Bundesgewinner wählen. Es werden aber auch in allen 16 Bundesländern die besten Siegerplakate ausgezeichnet.