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Dachauer Schule:16 neue Klassenzimmer und Sport auf dem Dach

Schulerweiterung

Insgesamt belaufen sich die Baukosten für das Gebäude auf 22 Millionen Euro.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Kultusminister Michael Piazolo hat den Erweiterungsbau des Ignaz-Taschner-Gymnasiums in Dachau eingeweiht. Knapp drei Jahre wurde an dem neuen Gebäude gearbeitet.

Von Emily Strunk, Dachau

DachauSchulleiter Erwin Lenz ist glücklich. "Endlich fertig", sagt er sichtlich erleichtert, als am späten Donnerstagnachmittag der Erweiterungsbau des Ignaz-Taschner-Gymnasiums (ITG) eingeweiht wird. Auch Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) ist nach Dachau gekommen, hat der Freistaat doch auch einen Zuschuss von 5,25 Millionen Euro geleistet. Insgesamt belaufen sich die Baukosten auf 22 Millionen Euro.

Nach langer Planungsphase ist knapp drei Jahre an dem Gebäude gearbeitet worden, deutlich länger als gedacht. Der Grund: Im vergangenen Jahr haben Unbekannte mit ihrer Zerstörungswut massiven Schaden auf der Baustelle angerichtet. Umso größer ist nun die Freude über die Fertigstellung. In dem Neubau sind 16 Klassenzimmer für die Mint-Schulfächer mit mehreren freien Lernzonen untergebracht. Auf dem Dach gibt es eine Pausenfläche mit umfangreichem Bewegungs- und Sportangebot. Außerdem ist die lang ersehnte Zweifachturnhalle nun nutzbar. Und die Lehrer freuen sich über eine Parkgarage. Trotz fortschreitender Digitalisierung hätten sie ja noch immer sehr schwere Taschen zu tragen, bemerkt der Kultusminister in seiner Festrede und lacht.

Landrat Stefan Löwl beglückwünscht das ITG zum "modernsten MINT-Schulgebäude", was es in Bayern derzeit gebe. Ein konsequenter Ausbau der Schulsysteme und -gebäude im Landkreis sei unbedingt notwendig, um dem kürzlich verliehenen Gütesiegel "Bildungsregion in Bayern" und "Digitale Bildungsregion" auch in Zukunft gerecht zu werden, sagt er in seiner Rede. "Eine Investition in die Bildung ist eine Investition in die Zukunft."

"Das neue Schuljahr kann also kommen", sagt Schulleiter Erwin Lenz. Raum gäbe es ja nun wieder mehr als genug am ITG. Nun sei es die Aufgabe der Schule, ihrer Lehrer und ihrer Schüler, "diesen Raum mit Leben zu füllen". Der Erweiterungsbau schaffe allerdings keine Plätze für zusätzliche Schüler am ITG, sondern entzerrt eher die völlig überfüllte Schule wieder. "Das war schon lange überfällig!", sagt Lenz. Bei der Ausstattung der Klassenräume wurden alle Wünsche der Mint-Fachschaften berücksichtigt.

Schulerweiterung

Zum Erweiterungsbau gehört auch eine Zweifachturnhalle.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Kultusminister Piazolo spricht mehrmals die Digitalisierung im heutigen Schulsystem an. Erst kürzlich hatte er dem Landkreis Dachau das Gütesiegel "Digitale Bildungsregion" verliehen. Das Ziel sei nicht, die Schüler auch außerhalb von Corona-Zeiten dauerhaft ins Homeschooling zu verbannen, betont er. Vielmehr solle die Bedeutung von digitalen Möglichkeiten und Prozessen erkannt und in den Präsenzunterricht eingebunden werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte der Freistaat Bayern am gleichen Tag auf dem Digitalisierungsgipfel beschlossen, eine halbe Milliarde Euro in die Schulen zu investieren. "Schule ist ein sozialer Interaktionsraum" und lebt vom Austausch in der Gemeinschaft, so der Kultusminister. Der Raum für die Vermittlung von Werten und zur Entfaltung von Persönlichkeiten, dürfe an einer Schule nicht fehlen.

Schulerweiterung

Ersehnter Termin: Kultusminister Michael Piazolo (r.) weiht den Erweiterungsbau des Ignaz-Taschner-Gymnasiums in Dachau am vorletzten Schultag eines bemerkenswerten Schuljahres ein.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Deshalb betont er mit Blick auf das neue Schuljahr: "Analog ist dann doch besser." Das Kultusministerium werde alles tun, damit ab September wieder Präsenzunterricht mit voller Klassenstärke und unter Einhaltung entsprechender Hygieneauflagen möglich sei. "Das ist unser Ziel", so Piazolo. Zudem kündigte das Kultusministerium vor wenigen Tagen an, die Corona-Sondersituation durch einen Pool von 800 Teamlehrkräften unterstützen zu wollen, um dadurch eine gute Unterrichtsversorgung für alle Schüler auch während der Corona-Krise gewährleisten zu können.

Dennoch sieht Piazolo in den Herausforderungen, die sich durch die Schulschließungen im vergangenen Halbjahr ergeben haben, auch positive Effekte. "Die Schulfamilie ist in der Corona-Zeit näher zusammengewachsen." Jeder einzelne habe in dieser schwierigen Zeit verstanden, was der andere leiste und neue Wertschätzung für diese Leistung gefunden. Auch für die Schüler findet der Kultusminister klare und wertschätzende Worte: "Ich finde es erstaunlich, was junge Menschen zu leisten in der Lage sind".

Nachdem Michael Piazolo, Landrat Stefan Löwl, Oberbürgermeister Florian Hartmann und Schulleiter Erwin Lenz das Einweihungsband gemeinsam feierlich durchgeschnitten haben, dürfen die Gäste einen Blick ins Innere werfen. Klares Highlight sind jedoch nicht die gut ausgestatteten Klassenräume, sondern ganz klar der Basketballplatz auf dem Dach des Gebäudes. Kultusminister Michael Piazolo will plötzlich nur noch den Ball im Korb versenken. Nach ein paar Anläufen gelingt ihm das auch als Erstem. Trotz aller Widrigkeiten kann sich das ITG jetzt auf das kommende Schuljahr freuen.

© SZ vom 25.07.2020

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