bedeckt München 14°

Dachau:BRK hilft Ärmsten in der Ukraine

Krankenschwestern sind nun schon seit vier Jahren im Einsatz

Diese erschreckende Armut und die Hilflosigkeit der alten, alleinstehenden Menschen in der Ukraine war der Auslöser für das Dachauer Rote Kreuz, 2018 das Projekt "Krankenschwestern für Iwano Frankiwsk" ins Leben zu rufen. Denn einen funktionierenden Sozialdienst gibt es nicht, der ukrainische Staat hat die Finanzierung von Gebietskrankenschwestern vor einigen Jahren eingestellt. Genau hier setzt das "Krankenschwestern-Projekt" des Dachauer Roten Kreuzes an. Mit Krankenschwestern, die Hausbesuche machen und den alten Menschen die so dringend benötigte Hilfe gewähren.

Die Erfolgsbilanz seither ist beeindruckend: Die vom BRK Dachau finanzierten Krankenschwestern betreuen insgesamt 200 Patientinnen und Patienten, die mit ihrer Durchschnittsrente von 50 bis 100 Euro völlig hilflos wären. Sie unterstützen die Patienten täglich bei allen medizinischen und sozialen Problemen, besorgen Medikamente, geben Injektionen, leisten pflegerische Hilfe, kaufen ein. Und sie bringen menschliche Wärme in den trostlosen Alltag der hilflosen alten Menschen. Hans Ramsteiner, der Initiator und Projektleiter, ist nach wie vor überzeugt: "Eine größere soziale Hebelwirkung können wir nirgendwo anders in dieser Form erreichen!" Dank treuer Sponsoren, überwiegend aus dem Dachauer Landkreis, geht das Projekt nun mittlerweile in das vierte Jahr. Die Coronakrise macht die Unterstützung noch bedeutender, denn die Pandemie wirkt wie ein Brandbeschleuniger auf die sozialen Missstände in der Ukraine. Diese Form der internationalen Hilfe wird in ganz Deutschland als Leuchtturmprojekt gewertet, freut sich auch Bernhard Seidenath, der Kreisvorsitzende des BRK Dachau. Er konnte sich 2019 direkt vor Ort ein Bild von der sozialen Notlage der älteren Menschen machen. Sein Fazit: "Jeder Euro kommt zu 100 Prozent den Hilfsbedürftigen in der Ukraine zugute - herzlichen Dank an alle Sponsoren!"

© SZ vom 14.04.2021 / SZ
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema