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Dachau:Baubranche in der Krise

Wenn billig am Ende teuer wird: Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und Lohnprellerei in der Baubranche haben in der Region einen Millionenschaden verursacht. Das teilt die Gewerkschaft Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) mit und beruft sich auf eine aktuelle Auswertung des Bundesfinanzministeriums. Danach kontrollierten Beamte des Hauptzollamtes Landshut, das auch für den Landkreis Dachau zuständig ist, im vergangenen Jahr insgesamt 323 Baufirmen und leiteten 188 Ermittlungsverfahren ein. Wegen illegaler Praktiken in der Branche entgingen dem Staat und den Sozialkassen 3,7 Millionen Euro.

IG Bau-Bezirkschef Michael Müller spricht von einem "erschreckenden Ausmaß krimineller Energie". Hier stehe das Image einer ganzen Branche auf dem Spiel. "Sauber wirtschaftende Firmen dürfen nicht wegschauen, wenn sich Konkurrenten nicht an die Regeln halten. Gerade die Corona-Krise hat ja gezeigt, wie wichtig die Bauwirtschaft als Stütze der Konjunktur auch in der Region ist", so die IG Bau Oberbayern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Umsätze in den ersten fünf Monaten des Jahres trotz Pandemie um rund sieben Prozent.

Das beste Mittel gegen unerlaubte Geschäfte am Bau sei fairer Wettbewerb zu fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen. Dazu müsse sich die ganze Branche bekennen, wenn sie ihren Ruf nicht verspielen wolle, so der Gewerkschafter. Die Arbeitgeber hätten in der laufenden Tarifrunde die Chance, die Bauberufe für Fach- und Nachwuchskräfte attraktiver zu machen. Entscheidend sei aber auch, dass der Zoll "schwarze Schafe" noch stärker in den Blick nehme. "Es kommt nicht nur auf die Zahl der Kontrollen an, sondern auch auf die Qualität. Hier braucht die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mehr Personal", so Müller. Laut Finanzministerium waren beim Hauptzollamt Landshut zu Jahresbeginn lediglich 142 Planstellen besetzt.

© SZ vom 03.08.2020 / SZ

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