Wintersport:Skifahren auf Matten

Der TSV Schwabhausen lässt sich von den milden Temperaturen nicht abschrecken und veranstaltet einen Kinderskikurs am Monte Kienader mit einer modernen Alternative.

Von Morris Zalesjak, Bergkirchen

Wintersport: Der Hütchen-Slalom funktioniert auch auf der künstlichen Piste. Thomas Hack vom TSV Schwabhausen unterrichtet seinen Sohn Mio (7) auf dem Monte Kienader.

Der Hütchen-Slalom funktioniert auch auf der künstlichen Piste. Thomas Hack vom TSV Schwabhausen unterrichtet seinen Sohn Mio (7) auf dem Monte Kienader.

(Foto: Toni Heigl)

Skifahren, Snowboarden oder Schneeschuhwanderungen kommen den meisten Menschen bei den aktuellen Temperaturen gerade wohl nicht sofort in den Sinn. Doch während auf den Wiesen bereits die ersten Krokusse blühen, fand am Wochenende ein zweistündiger Kinderskikurs am Monte Kienader in Günding statt. Nach dem Motto "Skikurs ohne Schnee" veranstaltete die Skischule des TSV Schwabhausen unter der Leitung von Thomas Hack das schneefreie Wintersportspektakel für Kindergarten- und Vorschulkinder. Bei milden Temperaturen rutschten die Kinder mit ihren Skiern auf einer 30 Meter langen Piste - gefahren wurde natürlich nicht auf Schnee, sondern auf einer Piste aus Kunststoff.

Auf einer grünen Matte schlängelten sich die Kinder durch bunte Hütchen, ehe es mit dem Seillift wieder nach oben ging. Auch hier schützten Kunststoffmatten die Skier vor dem schneefreien Untergrund. "Wir waren wieder ausgebucht", sagt Thomas Hack über den Kinderskikurs, der bereits zum zweiten Mal stattfand. Für die ersten Skiversuche eigne sich die künstliche Unterlage laut Hack perfekt. "Unser Ziel ist es auch, den ökologischen Fußabdruck zu verringern", sagt der sportliche Leiter des TSV Schwabhausen. Die Kinder könnten hier im Landkreis das Starten, Gleiten und Bremsen lernen, ohne die Umwelt durch lange Fahrten in die Alpen zu belasten.

Die Kunststoffmatten haben kleine Borsten, wodurch man laut Hack "das gleiche Gefühl wie auf Schnee hat." Durch das Angebot würde man den Eltern nicht nur lange Autofahrten in die Berge ersparen, sondern könne auch kostengünstig und effizient Einsteigerkurse anbieten, denn: "In weniger als einer Stunde ist die Piste aufgebaut", sagt Hack. Dann könne es für die Kinder sofort losgehen.

Wintersport: Unter dem Kunststoff drücken sich schon einige Grashalme hervor.

Unter dem Kunststoff drücken sich schon einige Grashalme hervor.

(Foto: Toni Heigl)
Wintersport: Weiße Matten auf grüner Wiese imitieren den Schnee für die Kinder des TSV Schwabhausen.

Weiße Matten auf grüner Wiese imitieren den Schnee für die Kinder des TSV Schwabhausen.

(Foto: Toni Heigl)
Wintersport: Nach oben geht es wieder durch die Muskelkraft der freiwilligen Helfer.

Nach oben geht es wieder durch die Muskelkraft der freiwilligen Helfer.

(Foto: Toni Heigl)

Das Konzept "Skifahren an 365 Tagen" gibt es schon an einigen Orten in Europa, unter anderem im oberbayerischen Oberaudorf. Dort wurde im vergangenen Jahr eine künstliche Skipiste aus ähnlichen Plastikmatten angelegt, auf 600 Quadratmetern können Anfänger aller Altersklassen die ersten Schwünge auf Skiern üben. Auch im dänischen Kopenhagen kann man auf dem "Copenhill" das ganze Jahr über Wintersport betreiben: Skifans können dort auf dem Dach einer Müllverbrennungsanlage über eine künstliche Skipiste aus Kunststoffmatten carven.

Künstliche Skipisten haben laut Hack großes Potenzial, auch wenn man das Skifahren auf den Matten nicht mit dem Gefühl in den Bergen vergleichen könne. "Im Anfängerbereich wird sich das durchsetzen", ist das TSV-Vorstandsmitglied überzeugt. Für die kommende Saison seien auch schon wieder Kinderskikurse am Monte Kienader geplant, sagt Hack. Mit oder eben ohne Schnee.

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