CSU gewinnt alle vier Münchner Wahlkreise Wie in alten Zeiten

Vor allem im Wahlkreis München-Nord war ein spannendes Rennen erwartet worden - doch SPD-Kandidat Florian Post hat keine Chance. Die CSU gewinnt alle vier Münchner Wahlkreise mit deutlichem Abstand. SPD und Grüne machen sich Mut für die Kommunalwahl im März.

Von Peter Fahrenholz, Dominik Hutter, Silke Lode und Melanie Staudinger

Jubelhochburg gibt es an diesem Abend in München aus politischer Sicht nur eine. Es ist die Hanns-Seidel-Stiftung, wo die CSU das Wahlergebnis feiert. Wobei: Am frühen Wahlabend schwankt die Stimmung zunächst einmal. Erst gibt es Riesenjubel bei der Unionsprognose, kurz danach herrscht Entsetzen, als die Zahlen für die FDP erscheinen. Wenige Augenblicke später überwiegen dann aber definitiv Jubel und rhythmische Sprechchöre - in diesem Moment werden der CSU in Bayern 50 Prozent vorausgesagt. Fast wie in alten Zeiten.

Auch bei den Ergebnissen für die Landeshauptstadt, die sich von den bayerischen stets unterscheiden, war früh klar, dass die Wahl eindeutig ausgehen würde. Anders als in anderen Jahren lagen in allen vier Münchner Wahlkreisen bei der Auszählung die Direktkandidaten der CSU von Beginn an klar vorne - auch im Münchner Norden, der traditionell als spannend gilt, weil er seit 1949 mal in SPD-Hand, mal bei der CSU war.

Doch am Sonntag musste Johannes Singhammer nicht bangen. Früh war klar, dass der 32-jährige Florian Post von der SPD keine Chance gegen ihn haben würde. "Dass ich mit so großem Abstand gewonnen habe, ist für mich eine sehr große Anerkennung meiner Arbeit", sagte Singhammer.

Im Münchner Osten holte der 28-jährige Wolfgang Stefinger das Direktmandat. Er war als Nachfolger des CSU-Schwergewichts Herbert Frankenhauser erstmals angetreten. Stefinger, der zuletzt mit einem fast lebensgroßen Aufsteller in Lederhose für sich geworben hatte, sprach von einem "sensationellen Ergebnis". In den zwei Wahlkreisen München-West/Mitte beziehungsweise Süd gewannen der frühere Kreisverwaltungsreferent Hans-Peter Uhl und der Jurist Peter Gauweiler wieder ihre Mandate, die Gegenspieler Roland Fischer und Christian Vorländer von der SPD unterlagen deutlich. Uhl sagte, er sei "ergriffen von diesem Ergebnis".

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"Das stimmt mich traurig"

Im Vergleich zur Bundestagswahl vor vier Jahren erzielten die CSU, die SPD und die Alternative für Deutschland in München die größten Zuwächse. Deutlich abwärts ging es mit einem Minus von 9,9 Prozentpunkten vor allem für die FDP. "Der Ausdruck Schock ist das einzige, was mir dazu einfällt", sagte der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Stinner, in München. Michael Mattar, Fraktionschef der FDP im Rathaus, sprach von einer absoluten Katastrophe. "Es wird dazu führen, dass wir uns personell völlig neu aufstellen müssen."

Der gescheiterte SPD-Direktkandidat Florian Post äußerte sich enttäuscht über das Ergebnis der Sozialdemokraten. "Wir haben unser Wahlziel ganz klar nicht erreicht. Das stimmt mich traurig", sagte er in der bayerischen SPD-Zentrale am Oberanger. Claudia Tausend, die Vize-Fraktionschefin im Rathaus, erklärte: "Ich hatte damit gerechnet, dass wir besser abschneiden." Dieter Reiter, der Oberbürgermeister-Kandidat der Genossen für die Kommunalwahl im Frühjahr 2014, bedauerte, dass es für die hiesigen Sozialdemokraten nicht mit einem Direktmandat geklappt hat.

Tausend und Post könnten aber über die Liste einziehen. "Das ist wichtig, denn so verlieren wir die Verbindung zum Bundestag nicht", sagte Reiter. Aus Münchner Sicht sei die Wahl nicht schlecht gelaufen. "Die Bürger hier haben deutlich mehr SPD gewählt, das lässt mich für die Kommunalwahl hoffen", so Reiter.