Wenn man im Lichthof der Universität steht und sich die Geschichte des studentischen Widerstands gegen den Nazi-Terror ins Gedächtnis ruft, sieht man imaginär die Flugblätter über die Brüstung des obersten Ranges auf einen hernieder fliegen, wie am Nachmittag des 18. Februar 1943. Und man ahnt den Schrecken von Hans und Sophie Scholl, als der Hausmeister, ein SA-Mann, die schon lange gesuchten Drahtzieher der Widerstandsgruppe Weiße Rose entdeckte. Im Hauptgebäude der Uni erinnern heute eine steinerne weiße Rose und ein Relief mit den Bildern und Namen aller Mitglieder an die Weiße Rose. Draußen vor dem Hauptgebäude gibt es seit 2005 eine in das Pflaster eingelassene Bodenskulptur, die die Flugblätter zeigt. Wer sich für die Weiß Rose interessiert, dem sei auch der Besuch des Justizpalasts am Stachus empfohlen. Hier fand 1943 der Prozess gegen die Widerstandsgruppe statt. 2007 wurde im nahezu vollständig erhaltenen Sitzungssaal 216 (heute 253) eine Dauerausstellung zum Gedenken eröffnet. Neben Fotos und Auszügen aus der Verteidigungsrede ist es vor allem der Originalschauplatz, der die Besucher tief berührt.

Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München-Maxvorstadt bzw. Prielmayerstraße 7, 80335 München-Altstadt

Bild: Rüdiger Liedtke 31. August 2011, 18:152011-08-31 18:15:27 © sueddeutsche.de/afis/tob