Breno wird zum Freigänger Fußballplatz oder Fanshop

Noch zwei Wochen Stadelheim, dann soll Breno zumindest tagsüber wieder frei sein - ein Jobangebot vom FC Bayern hat er schon. Der wegen schwerer Brandstiftung verurteilte brasilianische Fußball-Profi habe sich vorbildlich geführt in Haft - nur einmal setzte er alles aufs Spiel.

Von Christian Rost

Der ehemalige Bayern-Profi Breno Borges soll binnen zwei Wochen von seiner Haftzelle in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim ins Freigängerhaus in Neuhausen wechseln können. "Ich bin zuversichtlich, dass das klappt", sagte sein Anwalt Sewarion Kirkitadse. Der FC Bayern hat dem 23-jährigen Fußballer, der wegen schwerer Brandstiftung in seiner gemieteten Grünwalder Villa zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt wurde, einen Arbeitsplatz zugesagt.

Am 4. Juli 2012 war der Innenverteidiger am Münchner Landgericht schuldig gesprochen und noch im Sitzungssaal verhaftet worden. Ein Revisionsantrag scheiterte. In seinem Bemühen, so bald wie möglich aus dem Gefängnis zu kommen, hat Breno seither diverse Anwaltskanzleien beschäftigt Jetzt soll es Kirkitadse richten, den Borges Frau Renata engagiert hat.

Nach Ansicht des Strafverteidigers ist die Verwirklichung von Brenos Wunsch, zumindest tagsüber in Freiheit einer Arbeit nachgehen zu können, in greifbarer Nähe. "Er ist auf der Freigänger-Liste", sagt Kirkitadse. Breno habe sich vorbildlich geführt in der Haft. Nur einmal setzte er alles aufs Spiel.

Vor einigen Wochen wurde er erwischt, als er heimlich mit seiner Frau telefonierte. "Die Familie ist ihm absolut wichtig, er konnte es nicht lassen, als ihm ein anderer Häftling ein Mobiltelefon angeboten hat", hieß es aus Brenos Umfeld.

Streng verboten, florierender Schmuggel

Der Besitz von Handys ist in der Haftanstalt streng untersagt. Doch es ist ein offenes Geheimnis, dass Hunderte Mobiltelefone eingeschmuggelt wurden. In den vergangenen Jahren mussten sich mehrere Justizwachtmeister vor Gericht verantworten, weil sie mit Gefangenen gemeinsame Sache gemacht hatten. Sie brachten gegen Bezahlung Handys in den Knast.

Als Breno mit dem Telefon erwischt wurde, war er "sehr zerknirscht", wie Michael Stumpf, der Leiter der JVA Stadelheim sagt. Konsequenzen hatte der Vorfall nicht. "Menschlich" sei der Wunsch des jungen Familienvaters, wenn er mit seiner Frau und seinen Kindern sprechen wolle, so sieht es auch Stumpf. Im Wiederholungsfall allerdings "werden die Karten neu gemischt", sagt der Anstaltsleiter. Breno müsste damit rechnen, von der Freigänger-Liste gestrichen zu werden.

Auch Stumpf hält es für sinnvoll, Breno schnellstmöglich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Schon aus sportlichen Gründen sei dies wichtig: Für einen Profifußballer sei das Zeitfenster eng, in dem er seinen Beruf ausüben könne. Ob er als Freigänger tatsächlich Fußballspielen wird, ist allerdings noch offen. Eventuell wird er beim FC Bayern auch nur in einem Fanshop arbeiten.