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Bogenhausen:Der Bach ist im Weg

Lokalpolitiker wollen den Hüllgraben schützen

Der Hüllgraben liegt im Weg. Weil die Deutsche Bahn (DB) im Zuge der Umbaupläne zur Truderinger und Daglfinger Kurve und Spange (TDKS) S-Bahn-Gleise, Truderinger Spange und Daglfinger Kurve südlich der Autobahn A 94 zusammenführen will, soll der Bach umgeleitet werden. Dazu hat die DB Netz AG einen Bericht zur Flora und Fauna des Hüllgrabens erstellen lassen. Wie Petra Cockrell (Grüne) in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Bogenhausen erklärte, sei der Bericht bereits fertig, Informationen allerdings von der Bahn noch nicht freigegeben worden. Cockrell drängt auf Antworten. Denn laut Bahn soll im Bach nach der Umleitung nur noch Grund-, Regen- und das gereinigte Sickerwasser aus den Bahnanlagen fließen. Schon einmal hatte der BA dieses Vorhaben strikt abgelehnt und deutlich gemacht, dass der Hüllgraben in seiner jetzigen, zum Teil renaturierten Form so bleiben soll, wie er ist. "Wir wollen einfach daher genau wissen, welche Auswirkungen die Baumaßnahmen der Bahn auf den Hüllgraben und seine Biotopflächen haben", sagte Cockrell und sieht nicht nur die Bahn, sondern auch die Untere Naturschutzbehörde (UNB) in der Verantwortung. Sie fordert daher in einem Antrag, dass dem BA dieser Bericht gemeinsam mit Bahn, UNB und dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung vorgestellt werde. Und sie bittet die UNB, sich folgender Themen anzunehmen: Gibt es eine Grundwasserspeisung zur Sicherung des fließenden Gewässers, und welche Auswirkungen hat die Einleitung des Niederschlagswassers der DB-Anlagen auf die Wasserqualität des Hüllgrabens und auf Flora und Fauna? "Wir brauchen die Unterstützung der UNB, damit der Hüllgraben so bleiben kann, wie er ist", sagte Cockrell. Der BA stimmte dem Antrag zu.

© SZ vom 20.07.2020 / ole

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